Anfrage BfB-Fraktion und Volt Bensheim zum Thema „Abbau des Glaspavillons auf der Westseite des Bahnhofs“

BfB-Fraktion / Volt Bensheim

Bensheim, 1. Juni 2026

Frau

Stadtverordnetenvorsteherin Christine Deppert

über das parlamentarische Büro

Anfrage zum Thema „Abbau des Glaspavillons auf der Westseite des Bahnhofs“

Sehr geehrte Frau Deppert,

wir bitten Sie, die nachfolgende gemeinsame Anfrage der BfB-Fraktion und von Volt Bensheim zum Thema „Abbau des Glaspavillons auf der Westseite des Bahnhofs“ auf die Tagesordnung der nächsten Stadtverordnetenversammlung zu nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Beckmann
Fraktionsvorsitz BfB

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Elke Lefevre
Fraktionsvorsitz Volt Bensheim

Vorbemerkung:

Der auf der Westseite des Bahnhofs errichtete Glaspavillon diente seit mehreren Jahren nicht nur als Unterstand, sondern auch als fester Aufenthalts- und Anlaufpunkt für Menschen, die sich regelmäßig im Bahnhofsumfeld aufhalten und sich in Wohnungslosigkeit oder prekären Lebenssituationen befinden. Nach Berichten aus der Straßensozialarbeit hatte der Pavillon zudem eine wichtige Funktion für die Kontaktaufnahme, Versorgung und Erreichbarkeit dieser Menschen. Mit dem Abbau des Pavillons stellen sich aus Sicht der BfB-Fraktion und von Volt Bensheim daher nicht nur ordnungspolitische, sondern auch soziale und sicherheitsrelevante Fragen.

Wir fragen den Magistrat:

1. Welche konkreten Gründe waren ausschlaggebend für den Abbau des Glaspavillons auf der Westseite des Bahnhofs?

2. Welche Erkenntnisse liegen dem Magistrat dazu vor, welche Funktion der Pavillon bislang als Aufenthaltsort, Treffpunkt und Anlaufstelle für die Straßensozialarbeit erfüllt hat?

3. Wie bewertet der Magistrat die Gefahr, dass sich durch den Abbau des Pavillons Verdrängungseffekte, soziale Bedarfe und Problemlagen lediglich räumlich verlagern, insbesondere in die Unterführungen oder in andere Bereiche des Stadtgebiets?

4. Wurden die Streetworkerin der Regionalen Diakonie, weitere Fachstellen oder betroffene Menschen vor der Entscheidung über den Abbau einbezogen? Wenn ja, in welcher Form und mit welchem Ergebnis?

5. Wurde die Thematik vor dem Abbau in der Sicherheitskommission oder in einem anderen geeigneten Gremium beraten? Wenn ja, wann und mit welchem Ergebnis?

6. Welche alternativen Aufenthalts-, Schutz- oder Kontaktmöglichkeiten bestehen derzeit für Menschen, die den Pavillon bislang genutzt haben, insbesondere bei Regen, Kälte und in den Abend- und Nachtstunden?

7. Ist seitens des Magistrats eine Ersatz- oder Zwischenlösung vorgesehen, um sowohl den sozialen Belangen der Betroffenen als auch dem Schutz aller Menschen im Bahnhofsumfeld gerecht zu werden?

8. Beabsichtigt der Magistrat, die Auswirkungen des Abbaus in den kommenden Monaten gemeinsam mit den beteiligten Fachstellen zu beobachten und die Stadtverordnetenversammlung über die weitere Entwicklung zu informieren?

9. Welche Kosten sind der Stadt im Zusammenhang mit dem Glaspavillon entstanden beziehungsweise entstehen noch, insbesondere für die Errichtung, den Abbau sowie für eine Entsorgung oder eine mögliche Weiterverwendung an anderer Stelle?

10. Gibt es in Bensheim Grundsätze, Leitlinien oder Prüfkriterien, die bei der Planung und Gestaltung öffentlicher Infrastruktur sicherstellen, dass Aufenthaltsqualität, Zugänglichkeit, Barrierefreiheit und soziale Teilhabe für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen berücksichtigt werden? Falls nein: Wäre der Magistrat bereit, solche Grundsätze im Rahmen der laufenden Organisationsuntersuchung zu entwickeln?