STVV 25.6.2026 „Günstigeren Zugang für Kinder und Jugendliche zu den Bensheimer Bädern“, B. Ottofrickenstein-Ripper

Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin,
sehr geehrte Damen und Herren,

die BfB unterstützt das Anliegen, Kindern und Jugendlichen in den Sommerferien einen günstigeren Zugang zu den Bensheimer Bädern zu ermöglichen.

Das ist sozialpolitisch nachvollziehbar. Gerade Familien mit mehreren Kindern merken solche Eintrittspreise deutlich. Schwimmbäder sind nicht nur Freizeitangebote, sondern auch Orte für Bewegung, Begegnung und Teilhabe.

Trotzdem müssen wir nach den vorliegenden Zahlen genau hinschauen. Die Stellungnahme der GGEW geht überschlägig von rund 65.000 Euro Mindereinnahmen aus. Das ist keine kleine Summe. Dazu kommen mögliche Auswirkungen auf Aufsichtskapazitäten, räumliche Kapazitäten und Sicherheit im Badebetrieb.

Deshalb halten wir es für richtig, keinen direkten Umsetzungsbeschluss zu fassen, sondern einen sauberen Prüfauftrag. Der Antrag der Grünen geht bereits in diese Richtung. Mit unserem Änderungsantrag wollen wir diesen Prüfauftrag aber konkreter und haushaltspolitisch belastbarer machen.

Für uns ist wichtig: Wenn die Stadt ein vergünstigtes Angebot politisch will, muss klar sein, wer es bezahlt. Die Kosten dürfen nicht einfach ungeklärt bei der GGEW oder später indirekt im Haushalt landen.

Hinzu kommt: Die GGEW ist nicht nur für Bensheim da. Deshalb sollte mit den weiteren Mitgliedskommunen beziehungsweise beteiligten kommunalen Akteuren geklärt werden, ob auch dort Interesse besteht, sich einem vergünstigten Eintrittsmodell für Kinder und Jugendliche in den jeweiligen Badeeinrichtungen anzuschließen. Eine faire Lösung sollte nicht einseitig gedacht werden.

Außerdem sollten wir prüfen, ob ein zielgenaueres Modell möglich ist – zum Beispiel über Ferienkarten, Gutscheine, Sozialkarten, Familienpass oder ein begrenztes städtisch finanziertes Kontingent. So könnten gerade die Familien unterstützt werden, die eine Entlastung besonders brauchen.

Unser Änderungsantrag hält also am sozialen Ziel fest, verbindet es aber mit klaren Bedingungen: vollständige Kostendarstellung, Gegenfinanzierung, Klärung mit der GGEW und weiteren Kommunen, Prüfung der Kapazitäten und ein ausdrücklicher Haushaltsbeschluss für 2027.

Wir wollen Kindern den Zugang zu den Bädern erleichtern. Aber wir wollen keine gut gemeinte Entscheidung treffen, deren Kosten, Finanzierung und Folgen noch nicht geklärt sind.

Deshalb bitten wir um Zustimmung zu unserem Änderungsantrag.

STVV 25.6.2026 „Erstattung der Beseitigung wild abgelagertem Müll“, Franz Apfel

Franz Apfel, BfB-Fraktion – es gilt das gesprochene Wort                  25.06.2026 

Frau Stadtverordnetenvorsteherin, meine Damen und Herren, sehr geehrte Gäste,

das Thema Erstattung der Beseitigung wild abgelagertem Müll war bereits 

mehrmals Thema in der Stadtverordnetenversammlung. In der Sitzung am 21. 

März 2024 haben wir beschloßen, dass das Zusammentragen von wildem 

Müll auf die Stadt Bensheim übertragen wurde, mit entsprechender 

Vergütung. 

Der ZAKB hat die Rückvergütungspraxis ab 2013 deutlich gekürzt und die 

Erstattung für wild eingesammelten Müll gestrichen. 

Ale Bemühungen der Stadt auf Erhöhung der Rückvergütung unter 

Wiedereinbeziehung der Kosten für die Beseitigung des wild lagerndem Müll 

scheiterten. 

Ein Änderungsantrag der BfB und der VuA in der STVV am 21.3.2024 fand eine 

Mehrheit: Der Magistrat wurde beauftragt Stellungnahmen der beiden 

kommunalen Spitzenverbände einzuholen um zu klären, ob der ZAKB 

verpflichtet ist, für die letzten 10 Jahre die Pauschale für wild gelagertem 

Müll an die Stadt zu zahlen. 

Laut Stellungnahme der beiden Verbände sehen beide einen 

Erstattungsanspruch der Stadt Bensheim für den noch nicht verjährten 

Zweitraum von 2021 bis 2023 mit immerhin 186.256, 39 Euro.

Bei dem darauf folgendem Gespräch der Stadt mit dem ZAKB und dem 

Hessischen Gemeindebund wurde durch den HSGB zur Vermeidung einer 

gerichtlichen Auseinandersetzung und der erheblichen Prozeßkosten eine 

vergleichsweise Einigung mit einer hälftigen Kostenerstattung vorgeschlagen. 

Der ZAKB forderte vom HSGB eine weitere Stellungnahme an. In seiner 

Stellungnahme erscheint aufgrund fehlender einschlägiger Rechtsprechung 

jedoch ein Prozessrisiko nicht ausgeschlossen. 

Der ZAKB lehnte daraufhin die Forderung für Zeiträume vor 2024 ab, da 

rechtliche Gründe dagegenstünden. 

Die Stadt forderte daraufhin eine Empfehlung zu den 

Handlungsmöglichkeiten der Stadt an. Der HSGB hält eine vergleichsweise 

Einigung mit hälftiger Kostenerstattung für die Jahre 2021 bis 2023 auch nach erneuter Prüfung für angemessen und empfehlenswert. Eine gerichtliche 

Auseinandersetzung berge jedoch aufgrund des nicht unerheblichen 

Streitwertes ein enormes Kostenrisiko für die Prozeßbeteiligten. 

Und jetzt kommt das entscheidende: der ZAKB würde, wenn er den Prozeß 

verlieren würde, eine entsprechende Verbandsumlage von den Mitgliedern 

erheben. Dies hätte zur Folge, dass bei der Stadt Bensheim den Einnahmen 

aus der Kostenerstattung die Ausgaben in gleicher Höhe für die 

Verbandsumlage gegenüberstünden. Wir ziehen als Stadt somit keinen 

finanziellen Vorteil sondern haben dann noch das Risiko und die 

Prozeßkosten, wenn wir den Prozeß verlieren. Deshalb stimmen wir der 

Verwaltungsvorlage zu. Aber: wir fordern den ZAKB und die Stadt Bensheim 

auf genauer hinzusehen: wer lagert diesen Müll in der freien Landschaft ab ? 

Manchmal kann man das nachvollziehen wer das veranlasst hat. Da sollte ein  zusätzlicher Augenmerk mit saftigem Ordnungsgeld stattfinden.

STVV 25.6.2026 „Einladung von Vertretern des Vereins Makista e.V. als Sachverständige“, Franz Apfel

Franz Apfel, BfB-Fraktion – es gilt das gesprochene Wort     25.06.2026 

Frau Stadtverordnetenvorsteherin, meine Damen und Herren, sehr geehrte Gäste,

die Fraktion Volt beantragt heute Vertreterinnen bzw. Vertreter des Vereins 

Makista e. V. als Sachverständige einzuladen. Der Verein Makista befasst sich 

seit 2000 für die Verwirklichung der Kinderrechte in Schulen und 

Bildungseinrichtungen und will dazu beitragen, dass Kinder von klein auf 

Respekt erfahren und Demokratie lernen. 

Diesen Antrag unterstützen wir gerne. Bensheim hat hier große Defizite. Und 

gut, dass die SPD ihre Anfrage bereits eingereicht hatte, bevor der neue 

Koalitionsvertrag von CDU, SPD und FWG in Kraft trat. Sonst wäre es 

anzunehmen, dass die SPD-Anfrage nicht gestellt worden wäre. 

Der Antrag von Volt befasst sich mit Beteiligungsformaten sowie mit den 

Erkenntnissen des Hessischen Kinder- und Jugendrechtemonitoring. Das 

unterstützen wir als Fraktion der Bürgerinnen und Bürger für Bensheim. Und 

in Hessen regieren doch CDU und SPD.

Meine Damen und Herren,

am Rande will ich noch erwähnen: hätten wir in Bensheim keine Koalition sondern eine Sachzusammenarbeit über alle politischen Gruppen hinweg, dann würde dieser Antrag mindestens von Volt, Grünen, SPD und BfB gestellt werden und bekäme eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung. Der Änderungs-Antrag der Koalition ist überflüssig. Die Anfrage der SPD wird heute beantwortet und der Antrag von Volt kann ohne weitere Verzögerung beschloßen werden.

STVV 26.6.2026 “ Einsatz von Mährobotern“, Marion Machalowski

Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin,
sehr geehrte Damen und Herren,

Mähroboter gehören inzwischen zum Alltag in vielen Gärten. Sie stehen für Komfort und Arbeitserleichterung. Gleichzeitig bergen sie erhebliche Risiken für unsere heimische Tierwelt.

Besonders betroffen sind nachtaktive Tiere wie Igel, aber auch Amphibien und Insekten. Igel fliehen bei Gefahr nicht, sondern rollen sich ein. Gegenüber Mährobotern sind sie dadurch weitgehend schutzlos. Die Folgen können schwere Verletzungen oder der Tod sein.

Der Kreis hat inzwischen eine Allgemeinverfügung erlassen, die die Nutzung von Mährobotern zu bestimmten Zeiten einschränkt. Damit besteht eine rechtliche Grundlage. Aus Sicht der BfB ist deshalb entscheidend, dass die Stadt nun ihre eigene Aufgabe wahrnimmt: gute, verständliche und wirksame Öffentlichkeitsarbeit.

Wir halten es grundsätzlich für richtig, mit Verboten zurückhaltend umzugehen. Bürgerinnen und Bürger sollen nicht zuerst über Einschränkungen erreicht werden, sondern über Information, Einsicht und Verantwortung. Deshalb finden wir eine städtische Informationskampagne weiterhin sinnvoll – unabhängig davon, ob einzelne Anträge weiterverfolgt oder zurückgezogen werden.

Informationen auf der Internetseite der Stadt oder bei Naturschutzverbänden sind wichtig. Sie reichen aber allein nicht aus. Eine gute Kampagne sollte sichtbar, niedrigschwellig und verständlich sein: etwa durch Flyer, Plakate, Hinweise in städtischen Medien und eine klare Ansprache während der Gartensaison.

Die BfB hat sich mit dem Thema intensiv beschäftigt und ein Motiv entworfen, das aus unserer Sicht für eine solche Informationskampagne geeignet ist. Dieses Motiv stellen wir der Stadt gerne zur Verfügung.

Wichtig ist, dass die Aufklärung zeitnah beginnt. Sinnvoll wäre außerdem, nach einer Saison gemeinsam mit den beteiligten Akteuren zu prüfen, ob die Maßnahmen Wirkung gezeigt haben oder verbessert werden müssen.

Unser Ziel ist eine moderne und lebenswerte Stadt – für Menschen und Tiere gleichermaßen.
Wir stimmen dem Antrag der Grünen zu.


Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

(P.S. Das Bilddokument wurde Frau Bürgermeisterin Klein sowie Herrn 1. Stadtrat Daum ausgehändigt zur freien Verwendung.)

STVV 25.6.2026 „Bauleitplanung im Gebiet östlich des Berliner Rings in Auerbach“, Stefan Beckmann

Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin,

sehr geehrte Damen und Herren,

mit unserem Antrag zur Bauleitplanung im Gebiet östlich des Berliner Rings in Auerbach wollen wir eines deutlich machen: Die BfB steht dieser Entwicklung nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber.

Im Gegenteil: Wenn bislang gewerblich genutzte Flächen in Wohnbauflächen umgewandelt werden, kann das ein sinnvoller Beitrag zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung sein. Es geht hier nicht um eine zusätzliche Inanspruchnahme freier Landschaft, sondern um die Weiterentwicklung eines bereits genutzten Bereichs.

Auch die vorgesehenen Nutzungen sehen wir grundsätzlich positiv. Wohnraum wird gebraucht. Betreutes Wohnen kann gerade älteren Menschen ermöglichen, möglichst lange selbstbestimmt in ihrem vertrauten Umfeld zu leben. Und auch eine verbesserte Nahversorgung, etwa durch einen Drogeriemarkt, kann für Auerbach einen konkreten Mehrwert bringen. Kurze Wege sind gut für die Lebensqualität und sie vermeiden unnötigen Verkehr.

Aber: Stadtentwicklung darf nicht nur vom Grundstück hergedacht werden. Stadtentwicklung muss immer auch die Umgebung, die Wegebeziehungen, die Erreichbarkeit und die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen im Blick haben.

Und genau deshalb stellen wir mit unserem Antrag die Barrierefreiheit am Bahnhof Auerbach in den Mittelpunkt.

Wenn in diesem Bereich neue Wohnungen entstehen, wenn dort ältere Menschen leben sollen, wenn Nahversorgung verbessert wird und wenn das Gebiet insgesamt stärker genutzt wird, dann muss auch die Frage beantwortet werden: Wie kommen die Menschen sicher, gut und barrierefrei zum Bahnhof und wieder zurück?

Gerade für ältere Menschen, für Menschen mit Behinderung, für Eltern mit Kinderwagen, für Menschen mit Rollator oder für Reisende mit Gepäck ist Barrierefreiheit keine Komfortfrage. Sie ist eine Voraussetzung für echte Teilhabe.

Ein Gebiet zu entwickeln und die Erschließung des Bahnhofs Auerbach nicht mitzudenken, wäre aus unserer Sicht zu kurz gegriffen. Deshalb bitten wir den Magistrat zu prüfen, welche Möglichkeiten es für eine barrierefreie Querung beziehungsweise Erschließung gibt, welche baulichen Maßnahmen dafür erforderlich wären und welche Förderprogramme von Bund, Land oder auch der Deutschen Bahn genutzt werden können.

Dabei geht es uns ausdrücklich nicht darum, das Verfahren aufzuhalten. Es geht darum, eine wichtige Frage frühzeitig in die Planung einzubauen. Denn je später solche Themen geprüft werden, desto schwieriger und meist auch teurer werden sie.

Wenn wir heute über betreutes Wohnen, Nahversorgung und neue Wohnbauflächen sprechen, dann müssen wir auch über Mobilität und Erreichbarkeit sprechen. Diese Themen gehören zusammen. Wer Barrierefreiheit erst am Ende prüft, plant nicht wirklich generationengerecht.

Unser Antrag ist deshalb kein Gegenantrag zur Entwicklung. Er ist eine sinnvolle Ergänzung. Wir wollen, dass die Entwicklung östlich des Berliner Rings nicht isoliert betrachtet wird, sondern als Teil eines gut angebundenen, lebendigen und generationengerechten Stadtteils.

Die BfB unterstützt eine Entwicklung, wenn sie sozial, nachhaltig und nachvollziehbar geplant wird. Dazu gehört aus unserer Sicht zwingend, die barrierefreie Anbindung des Bahnhofs Auerbach jetzt mitzudenken.

Ich bitte daher um Zustimmung zum Antrag der BfB.

BfB lädt zu öffentlichen Gesprächen mit Bürgermeisterkandidaten ein

Bensheim. Die Fraktion der Bürgerinnen und Bürger für Bensheim (BfB) trifft sich am Dienstag, 30. Juni um 18 Uhr, im Vereinsheim der Kleingartenanlage „Schloßblick“, Berliner Ring 125, zu einer öffentlichen Fraktionssitzung. Im Mittelpunkt stehen die Nachbereitung der jüngsten Stadtverordnetenversammlung sowie die Vorbereitung der kommenden politischen Themen in Bensheim.

Ein besonderer Schwerpunkt der nächsten Wochen sind die öffentlichen Einzelgespräche mit den Bürgermeisterkandidaten. Die BfB möchte Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, die Kandidaten persönlich kennenzulernen, Fragen zu stellen und Positionen zu vergleichen, berichtet BfB-Stadtverordnete Marion Malachowski.

Den Auftakt macht am Dienstag, 30. Juni, um 19 Uhr Herr Juchems von den Grünen. Weitere Gespräche finden am 7. Juli um 19 Uhr mit Herrn Arnold und um 20 Uhr mit Herrn Torre statt. Am 14. Juli folgen um 19 Uhr Matthias Penteker und um 20 Uhr Harry Hegenbarth. Alle Gespräche finden im Vereinsheim der Kleingartenanlage „Schloßblick“, Berliner Ring 125, statt und sind öffentlich.

„Wer Bensheim führen will, sollte Fragen beantworten – öffentlich, sachlich und verständlich“, erklärt BfB-Fraktionsvorsitzender Stefan Beckmann. Die Gespräche sollten keine Wahlkampfveranstaltungen im klassischen Sinn sein, sondern Raum für direkten Austausch bieten. Aus Sicht der BfB gehe es um konkrete Themen wie Finanzen, Wohnen, Stadtentwicklung, Klima, Verkehr, Kitas, Vereine und Bürgerbeteiligung.

Auch die Nachbereitung der Stadtverordnetenversammlung wird Thema der öffentlichen Sitzung sein. Die BfB will dabei unter anderem die Beschlüsse zur Bauleitplanung, zum Mobilitätskonzept, zum Stadtteilbüro, zum natürlichen Klimaschutz, zur Katzenschutzverordnung und zur Laufbahnsanierung im Weiherhausstadion auswerten.

Gerade bei den Themen natürlicher Klimaschutz und Stadtentwicklung besteht nach Auffassung der BfB die Notwendigkeit, praktische Verbesserungen mit solider Planung zu verbinden. Stadtbäume, Hitzeschutz und Aufenthaltsqualität seien wichtige Bausteine für ein lebenswertes Bensheim.

Zudem hat die BfB mehrere Anfragen eingereicht, unter anderem zur Baumschutzsatzung, zum Förderprogramm „Zukunft Innenstadt“, zu geplanten Baumhaus-Übernachtungen, zur Thermoplastik sowie gemeinsam mit Volt zum Abbau des Glaspavillons auf der Westseite des Bahnhofs.

BfB-Stadtverordnete Barbara Ottofrickenstein-Ripper betont, dass Bürgernähe nicht nur vor Wahlen wichtig sei. „Kommunalpolitik lebt davon, dass Menschen sich einbringen können und frühzeitig erfahren, worüber entschieden wird.“ Auch Yvonne Dankwerth hebt die Bedeutung offener Gesprächsformate hervor: Gerade öffentliche Sitzungen und direkte Gespräche könnten helfen, Politik verständlicher und zugänglicher zu machen.

BfB informiert sich beim KMB und lädt zum Bürgergespräch ein

Bensheim. Die Fraktion der Bürgerinnen und Bürger für Bensheim (BfB) hat sich beim Zweckverband Kommunalwirtschaft Mittlere Bergstraße (KMB) über dessen Arbeit informiert. Im Verwaltungsgebäude am Schlachthof erhielten die Mitglieder der Fraktion einen Vortrag über Aufgaben, Strukturen und aktuelle Herausforderungen des Verbandes.

„Der Besuch war für uns sehr wertvoll, weil der KMB an vielen Stellen für die praktische Funktionsfähigkeit unserer Stadt eine wichtige Rolle spielt“, erklärt BfB-Fraktionsvorsitzender Stefan Beckmann. Gerade bei kommunalen Themen wie Infrastruktur, Unterhaltung, Planung, Umsetzung und Kosten sei es wichtig, die Arbeitsweise des Zweckverbandes besser zu verstehen.

Die BfB habe bei dem Termin einen tiefen Einblick in die tägliche Arbeit des KMB bekommen. Dabei sei deutlich geworden, wie viele Leistungen im Hintergrund erbracht werden, die für Bürgerinnen und Bürger oft selbstverständlich erscheinen. „Viele kommunalpolitische Entscheidungen haben am Ende ganz praktische Folgen: für Straßen, Wege, Entwässerung, öffentliche Räume, Bauprojekte oder die Pflege und Unterhaltung städtischer Infrastruktur“, so Annette Hennemann.

Aus Sicht der BfB ist es deshalb wichtig, politische Entscheidungen nicht nur aus der Perspektive der Beschlussvorlagen zu betrachten, sondern auch die Umsetzungsebene mitzudenken. Kosten, Personal, Zuständigkeiten, Folgekosten und technische Machbarkeit müssten frühzeitig berücksichtigt werden. „Gute Kommunalpolitik braucht nicht nur gute Ideen, sondern auch ein realistisches Verständnis dafür, was vor Ort geleistet werden muss“, betont BfB Stadtverordnete Marion Malachowski .

Der Besuch beim KMB soll nach Auffassung der BfB auch dazu beitragen, neue Fraktionsmitglieder besser mit den kommunalen Strukturen vertraut zu machen. Gerade zu Beginn der neuen Wahlperiode sei es wichtig, sich ein fundiertes Bild von den Einrichtungen, Eigenbetrieben und Zweckverbänden zu machen, mit denen die Stadt Bensheim eng zusammenarbeitet.

Gleichzeitig lädt die BfB interessierte Bürgerinnen und Bürger für Samstag von 10-13 Uhr zu einem Informationsstand in der Bensheimer Innenstadt (an der Mittelbrücke gegenüber dem Kaufhaus Ganz) ein. Dort will die Fraktion über die Ergebnisse der jüngsten Stadtverordnetenversammlung informieren und mit den Menschen ins Gespräch kommen.

Themen am Stand sollen unter anderem Stadtentwicklung, Mobilitätskonzept, natürlicher Klimaschutz, Stadtteilbüro, Katzenschutz, Mähroboter, Laufbahnsanierung, Finanzen und die von der BfB eingereichten Anfragen sein. Auch die Bauleitplanung im Gebiet östlich des Berliner Rings in Auerbach und die Frage einer barrierefreien Anbindung des Bahnhofs Auerbach sollen angesprochen werden.

„Wir möchten Politik verständlich machen und hören, was die Menschen bewegt“, erklärt BfB-Stadtverordnete Barbara Ottofrickenstein-Ripper. Viele Themen der Stadtverordnetenversammlung wirkten zunächst technisch oder kompliziert, hätten aber direkte Auswirkungen auf den Alltag der Bürgerinnen und Bürger.

Die BfB will am Stand auch über ihre Haltung zu den aktuellen Themen informieren. Dazu gehören nach Angaben der Fraktion solide Finanzen, nachvollziehbare Entscheidungen, frühzeitige Bürgerbeteiligung, Schutz von Grün- und Freiflächen, praktische Verbesserungen beim natürlichen Klimaschutz sowie eine Stadtentwicklung, die die Lebensqualität in Bensheim im Blick behält.

„Wir freuen uns auf Gespräche, Fragen und Anregungen“, so BfB-Stadtverordneter Franz Apfel. Kommunalpolitik lebe davon, dass Bürgerinnen und Bürger nicht erst nach Entscheidungen informiert würden, sondern frühzeitig mitreden könnten.

Treffen von Grüne, BfB und Volt – Gemeinsam für gute Entscheidungen

Die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, Bürger für Bensheim (BfB) und Volt nehmen ihre Rolle als Opposition in der Bensheimer Stadtverordnetenversammlung an. Bei einem Treffen stimmten sich die drei Fraktionen ab, die zusammen über 17 der 45 Sitze verfügen. CDU und SPD haben angekündigt, ihre Koalition zu erneuern und dabei den kleinsten Koalitionspartner FDP gegen die Freien Wähler (FWG) auszutauschen. Die „Deutschlandkoalition“ (schwarz, rot, gelb) stand schon Monate vor dem Ende der Wahlzeit 2021 bis 2026 nur noch auf dem Papier.

Grüne, BfB und Volt wollen zwar keine „Koalition in der Opposition“ bilden, sich aber mindestens alle drei Monate treffen und gemeinsam austauschen. Dabei sollen auch Anträge gemeinsam formuliert werden, ohne die eigenen Konturen zu verwischen.

Volt formuliert es so: „Wir machen keine Bündnispolitik, sondern wollen ein starkes Bündnis für Lösungen sein“. Es gehe den drei Fraktionen nicht darum, gegen die Koalition zu arbeiten, sondern darum, dass kluge Köpfe gute Ideen einbringen.

Nach dem Treffen hieß es: „Wir sehen viele gemeinsame Themen, für die wir drei Fraktionen stehen. Dazu gehören Radverkehr und Mobilität allgemein, Soziales, Kinder- und Jugendpolitik, Natur-, Umwelt- und Klimaschutz mit Hitzeplan.“ Einig sind sich die drei Fraktionen auch in der Ablehnung des geplanten neuen Gewerbegebiets „Stubenwald III“ mit insgesamt 21 Hektar (entspricht 30 Fußballfeldern) landwirtschaftlicher und freier Naturflächen.

Die drei Oppositionsfraktionen zeigen sich offen, auch Anträge zu öffnen und gemeinsam mit der Koalition und der FDP in die Stadtverordnetenversammlung einzubringen.

Zentrales Thema bei dem Treffen der drei Fraktionen sollen Abstimmungsgespräche zum städtischen Haushaltsplan sein. Trotz aller Anstrengungen, Haushaltsmittel einzusparen, müsse Bensheim weiterentwickelt werden. Die Grünen betonen, diese Aufgabe komme im Herbst auf das Stadtparlament zu, wenn der Magistrat die Zahlen für den Etat 2027 vorlegt, auf deren Grundlage beraten wird. Die Grundsteuer B so schnell wie möglich wieder zu senken, wenn die Haushaltszahlen sich verbessern, ist erklärtes Ziel der drei Oppositionsfraktionen.

Zugleich betonen die drei Fraktionen, dass der regelmäßige Austausch nicht auf eine feste Oppositionskoalition zielt, sondern auf eine sachorientierte Zusammenarbeit bei gemeinsamen Themen. Dabei soll die politische Handschrift aller beteiligten Fraktionen klar erkennbar bleiben. „Uns geht es darum, in wichtigen Fragen für Bensheim gemeinsame Lösungen zu suchen, ohne die jeweiligen Profile der Fraktionen zu verwischen. Jede Fraktion bringt ihre eigenen Erfahrungen, Schwerpunkte und Sichtweisen ein. Gerade mit Blick auf die kommenden Haushaltsberatungen kann ein solcher Austausch helfen, gute und tragfähige Entscheidungen vorzubereiten“, erklärt BfB-Fraktionsvorsitzender Stefan Beckmann.

„Ein Zusammen ist besser als ein Gegeneinander“, heißt es dazu. „Neue Wege gehen für eine gute Politik für Bensheim, die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger“ – von diesem Gedanken wollen sich Grüne, BfB und Volt in den nächsten fünf Jahren leiten lassen, unabhängig von der Bürgermeisterwahl im August.

Änderungsantrag der BfB-Fraktion bezüglich „Ein-Euro-Ferieneintritt für Kinder und Jugendliche im Freibad und Basinus-Bad Bensheim

BfB-Fraktion

Frau

Stadtverordnetenvorsteherin Christine Deppert

über das parlamentarische Büro

Änderungsantrag zu TOP 41

Antrag der Volt-Fraktion bezüglich „Ein-Euro-Ferieneintritt für Kinder und Jugendliche im Freibad und Basinus-Bad Bensheim“

Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin Deppert,

wir bitten Sie, den nachfolgenden Änderungsantrag der BfB-Fraktion zu TOP 41 auf die Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung am 25. Juni 2026 zu nehmen.

Beschlussvorschlag:

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Der Antrag wird wie folgt geändert und als Prüf- und Umsetzungsvorbehalt gefasst:

Der Magistrat wird gebeten zu prüfen, ob und unter welchen Voraussetzungen ein vergünstigter Ferieneintritt für Kinder und Jugendliche in den Bensheimer Bädern umgesetzt werden kann. Dabei sind insbesondere folgende Punkte darzustellen:

  1. finanzielle Auswirkungen für Bäderbetrieb, GGEW Bergstraße AG und Haushalt der Stadt Bensheim;
  2. mögliche Gegenfinanzierung oder Kompensation für die GGEW Bergstraße AG;
  3. Auswirkungen auf Besucherzahlen, Aufsichtskapazitäten, räumliche Kapazitäten, Sicherheit und Schwimmaufsicht;
  4. Belange der weiteren Aktionäre beziehungsweise beteiligten Kommunen der GGEW Bergstraße AG;
  5. Erfahrungen und Modelle vergleichbarer Kommunen;
  6. Alternativmodelle wie Ferienkarten, Gutscheine, Sozialkarten, Familienpass, Bonuscard oder ein städtisch finanziertes Kontingent;
  7. die Frage, ob und in welcher Höhe Mittel im Haushalt 2027 einzustellen wären.

Eine Umsetzung erfolgt nur, wenn die Finanzierung geklärt ist, die organisatorischen Voraussetzungen erfüllt sind und die erforderlichen Mittel im Haushalt 2027 ausdrücklich beschlossen werden.

Begründung:

Die BfB unterstützt das Ziel, Kindern und Jugendlichen in den Sommerferien einen besseren Zugang zu Schwimmbädern und Freizeitangeboten zu ermöglichen. Gerade für Familien mit geringem Einkommen oder mehreren Kindern kann ein vergünstigter Eintritt eine spürbare Entlastung sein.

Die Stellungnahme der GGEW Bergstraße AG zeigt jedoch, dass ein pauschaler Ein-Euro-Eintritt erhebliche finanzielle Auswirkungen haben kann. Für Basinus-Bad und Badesee werden überschlägig Mindereinnahmen von rund 65.000 Euro genannt. Zusätzlich werden mögliche Grenzen bei Aufsichtskapazitäten, räumlichen Kapazitäten und Sicherheit angesprochen.

Die GGEW betreut nicht nur Bensheim. Bensheim ist nicht die einzige beteiligte Kommune beziehungsweise nicht der einzige kommunale Akteur. Deshalb kann Bensheim nicht einseitig bevorzugt werden, ohne die wirtschaftlichen Folgen und die erforderliche Kompensation für die GGEW sowie die Interessen der weiteren Beteiligten zu berücksichtigen.

Der Änderungsantrag soll das soziale Ziel erhalten, zugleich aber sicherstellen, dass eine mögliche Umsetzung realistisch, finanzierbar, organisatorisch verantwortbar und gegenüber der GGEW fair geklärt wird.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Beckmann

BfB-Fraktionsvorsitzender

BfB bereitet Stadtverordnetenversammlung beim KMB vor

Bensheim. Die Fraktion der Bürger für Bensheim (BfB) trifft sich am Dienstag, 23. Juni, um 18 Uhr im Verwaltungsgebäude des Zweckverbands Kommunalwirtschaft Mittlere Bergstraße (KMB), Am Schlachthof 4, zur Vorbereitung der nächsten Stadtverordnetenversammlung. Zu Beginn sollen die neuen Fraktionsmitglieder den KMB in einer kurzen Präsentation kennenlernen. 

 Anschließend nutzt die BfB den Besprechungsraum für ihre Fraktionsberatung. Im Mittelpunkt stehen mehrere Themen, die aus Sicht der BfB für die weitere Entwicklung der Stadt besonders wichtig sind.

Ein Schwerpunkt ist die Bauleitplanung im Gebiet östlich des Berliner Rings in Auerbach. Die BfB sieht hier erheblichen Klärungsbedarf. „Wir wollen wissen, welche Ziele mit der Entwicklung verfolgt werden, welche Auswirkungen auf Verkehr, Klima, Natur und Landwirtschaft entstehen und wie die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig beteiligt werden“, erklärt Fraktionsvorsitzender Stefan Beckmann. Für die BfB gelte weiterhin: Innenentwicklung, Nachverdichtung und die Nutzung bereits vorhandener Flächen müssen Vorrang vor weiterer Flächeninanspruchnahme haben.

Barbara Ottofrickenstein-Ripper verweist in diesem Zusammenhang auf die besondere Bedeutung Auerbachs: „Gerade in Auerbach müssen gewachsene Strukturen, Verkehrssituation, Naherholung und Lebensqualität zusammen betrachtet werden. Neue Planungen dürfen nicht isoliert entschieden werden.“

Auch das Mobilitätskonzept „Mobiles Bensheim 2040“ wird beraten. Die BfB begrüßt, dass Fußverkehr, Radverkehr, ÖPNV, Parken, Schulwegsicherheit und Barrierefreiheit zusammen betrachtet werden. Entscheidend sei aber, dass aus dem Konzept konkrete Maßnahmen mit Kosten, Prioritäten und Zeitplan entstehen. Harald Polotzek betont: „Ein Konzept ist nur dann hilfreich, wenn am Ende vor Ort spürbare Verbesserungen entstehen – sichere Wege, bessere Verbindungen und eine verlässliche Infrastruktur.“

Zum Antrag zur Einschränkung der Nutzung von Mährobotern signalisiert die BfB Zustimmung. Der Schutz von Igeln, Amphibien, Reptilien und anderen Kleintieren sei wichtig. Kritisch sieht die Fraktion jedoch, dass der Antrag vor allem auf Appelle setzt. „Ein Appell wird vielleicht nicht ausreichen. Deshalb kommt es jetzt darauf an, wie die Informationskampagne konkret umgesetzt wird“, betont BfB-Stadtverordnete Marion Machalowski. Aus Sicht der BfB sollten örtliche Naturschutzverbände einbezogen und konkrete Informationswege benannt werden.

Weitere Themen sind die Anmietung eines Stadtteilbüros in der Wormser Straße, die Laufbahnsanierung im Weiherhausstadion, die Katzenschutzverordnung, das Förderprogramm für natürlichen Klimaschutz sowie die Erstattung der Kosten für wilden Müll.

Yvonne Dankwerth hebt die Bedeutung von Bürgerbeteiligung und Stadtteilnähe hervor. Das geplante Stadtteilbüro in der Wormser Straße könne ein Gewinn für die Weststadt werden, wenn es nicht nur als Sitzungsraum, sondern als offener Ort für Begegnung, Beratung und nachbarschaftliches Engagement genutzt werde.

BfB-Stadtverordneter Franz Apfel kündigt an, bei finanzwirksamen Vorlagen genau hinzusehen: „Viele Projekte sind sinnvoll. Aber gerade in schwierigen Haushaltszeiten müssen Kosten, Folgekosten, Fördermöglichkeiten und Prioritäten sauber dargestellt werden.“ Dies gelte unter anderem für das Stadtbaumkonzept, die Laufbahnsanierung und langfristige Mietverpflichtungen.

Die BfB will die neue Stadtverordnetenversammlung konstruktiv begleiten, aber auch kritisch nachfragen. „Wir werden gute Vorschläge unterstützen. Gleichzeitig achten wir darauf, dass Entscheidungen transparent, finanziell nachvollziehbar und im Sinne einer verantwortungsvollen Entwicklung Bensheims getroffen werden“, erklärt Stadtverordneter Stefan Beckmann.