STVV 17.9.2026 „Bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Bensheimer Spielplätze“, B. Ottofrickenstein-Ripper

Frau Stadtverordnetenvorsteherin, meine Damen und Herren,

die BfB wird dem Hauptantrag zur bedarfsgerechten Weiterentwicklung der Bensheimer Spielplätze zustimmen. Auch den Änderungsantrag von Volt, Kinder und Jugendliche bereits bei der Bedarfsermittlung und der Erarbeitung des Gesamtkonzepts angemessen zu beteiligen, unterstützen wir.

Spielplätze sind für uns weit mehr als eine Ansammlung von Spielgeräten. Sie sind Treffpunkte im Quartier, Orte für Kinder und Familien und damit ein wichtiger Bestandteil einer familienfreundlichen Stadt.

Richtig finden wir deshalb, dass zunächst geschaut werden soll, welche Spielplätze tatsächlich wie genutzt werden. Wohngebiete verändern sich, Kinder werden älter, Familien ziehen zu oder weg. Die vorhandenen Mittel sollten dort eingesetzt werden, wo sie tatsächlich gebraucht werden.

Eine geringe Nutzung darf aber nicht automatisch bedeuten, dass ein Spielplatz nicht mehr gebraucht wird. Vielleicht wird ein Platz gerade deshalb wenig genutzt, weil attraktive Spielgeräte, Schatten, Sitzmöglichkeiten oder Angebote für ältere Kinder fehlen.

Genau hier setzt der Änderungsantrag von Volt sinnvoll an: Kinder und Jugendliche sollen nicht erst beteiligt werden, wenn an einem einzelnen Standort bereits Veränderungen geplant sind, sondern schon bei der Bedarfsermittlung und beim Gesamtkonzept. Das entspricht auch dem Grundgedanken des § 4c der Hessischen Gemeindeordnung, Kinder und Jugendliche bei Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, angemessen einzubeziehen.

Das ist aus unserer Sicht wichtig, weil Kinder und Jugendliche selbst am besten sagen können, was ihnen auf Spiel- und Bewegungsflächen fehlt und warum sie bestimmte Orte nutzen oder nicht nutzen. Der Änderungsantrag schreibt dabei bewusst kein bestimmtes Beteiligungsformat vor. Es geht also nicht darum, neue komplizierte Strukturen aufzubauen, sondern ihre Perspektive in geeigneter Form einzubeziehen.

Sehr positiv sehen wir außerdem den Schwerpunkt auf Verschattung. Gerade bei zunehmend heißen Sommern brauchen Spielplätze Bäume, Schatten und Aufenthaltsbereiche, in denen sich Kinder und Begleitpersonen auch an heißen Tagen aufhalten können. Wo möglich, sollten natürliche Lösungen wie großkronige Bäume eine wichtige Rolle spielen und durch Sonnensegel ergänzt werden.

Ebenso unterstützen wir inklusive und generationenübergreifende Angebote. Auch bei wenig genutzten Standorten gefällt uns der Ansatz, die Fläche nicht einfach aufzugeben oder anderweitig zu bebauen, sondern sie möglichst als öffentliche Grün- oder Bewegungsfläche im Quartier zu erhalten.

Die vorgesehenen 500.000 Euro sind allerdings eine erhebliche Summe. Deshalb ist für uns die Reihenfolge wichtig: erst den Bedarf sauber ermitteln, dabei Kinder und Jugendliche sowie die Menschen vor Ort beteiligen, dann ein Gesamtkonzept erstellen und anschließend gezielt investieren.

Wenn wir so vorgehen, können wir unsere Spiel- und Bewegungsflächen attraktiver, klimaangepasster, inklusiver und vor allem bedarfsgerechter machen.

Deshalb stimmt die BfB dem Hauptantrag und dem Änderungsantrag von Volt zu.

Vielen Dank.