Frau Stadtverordnetenvorsteherin, meine Damen und Herren,
auch diesem Antrag wird die BfB zustimmen.
Dass Hitze in Kindertagesstätten inzwischen ein reales Problem ist, darüber müssen wir eigentlich nicht mehr grundsätzlich diskutieren. Wenn sich Gruppen- oder Schlafräume im Sommer über längere Zeit stark aufheizen, ist das weder für die Kinder noch für die Beschäftigten eine vernünftige Situation.
Bereits 2023 hat sich die Stadtverordnetenversammlung mit dem Thema Vorsorge bei Hitze beschäftigt. Deshalb ist es richtig, jetzt den nächsten Schritt zu gehen und nicht nur allgemein über Hitzeschutz zu sprechen, sondern jede Einrichtung konkret anzuschauen.
Genau diesen Ansatz finden wir an dem vorliegenden Antrag richtig: Nicht jede Kita ist gleich. Alter und Bauweise des Gebäudes, Fensterflächen, Verschattung, vorhandene Lüftungsmöglichkeiten und Photovoltaik unterscheiden sich. Deshalb braucht es eine individuelle Bedarfsanalyse und daraus einen Investitionsplan für jede Einrichtung.
Wichtig ist uns dabei, dass wir nicht nur eine einzige technische Lösung betrachten. Verschattung, Bäume im Außengelände, außenliegender Sonnenschutz, Lüftung, Dämmung oder gegebenenfalls bessere Fenster können verhindern, dass sich ein Gebäude überhaupt so stark aufheizt.
Aber wir sollten ebenso ehrlich sein: Dort, wo solche Maßnahmen nicht ausreichen, darf auch aktive Kühlung kein Tabu sein. Luft-Luft-Wärmepumpen oder geeignete Klimageräte können insbesondere in stark belasteten Gruppen- und Schlafräumen sinnvoll sein.
Gut finden wir deshalb auch die Verbindung mit Photovoltaik. Gerade dann, wenn an heißen Sommertagen viel Kühlenergie benötigt wird, steht gleichzeitig viel Solarstrom zur Verfügung. Das sollte bei jeder geeigneten Einrichtung mitgeprüft werden.
Besonders wichtig ist für die BfB außerdem die Priorisierung. Wir sollten dort beginnen, wo in diesem Sommer bereits besonders hohe Temperaturen gemessen wurden, statt alle Einrichtungen gleichzeitig und nach dem Gießkannenprinzip behandeln zu wollen.
Dazu gehört für uns aber auch eine vernünftige Datengrundlage. Deshalb ist es richtig, künftig in den Einrichtungen geeignete Temperaturmessstellen vorzusehen. Nur wenn wir wissen, wie sich die Temperaturen tatsächlich entwickeln, können wir Prioritäten setzen und später auch überprüfen, ob unsere Maßnahmen funktionieren.
Natürlich müssen wir angesichts der Haushaltslage auf die Kosten achten. Deshalb erwarten wir, dass Förderprogramme konsequent geprüft und genutzt werden. Aber Gesundheitsschutz in unseren Kindertagesstätten darf nicht daran scheitern, dass wir notwendige Maßnahmen immer wieder auf den nächsten Sommer verschieben.
Unser Ziel sollte deshalb sein: Aufheizung möglichst vermeiden, dort wo nötig wirksam kühlen und zuerst bei den Einrichtungen handeln, bei denen der Bedarf am größten ist.
Aus diesen Gründen stimmt die BfB dem Antrag zu.
