Die Seniorenresidenz Fürstenlager hat einen neuen Betreiber. Diese Nachricht sorgt bei den letzten verbliebenen Bewohnerinnen und Bewohnern der Einrichtung für Erleichterung. „Wir begrüßen diese Entscheidung und freuen uns, dass die Menschen dort bleiben können“, erklärt BfB-Stadtverordnete Barbara Ottofrickenstein-Ripper.
Die vergangenen Monate waren für Bewohnerinnen, Bewohner und Mitarbeitende von großen Ängsten und Unsicherheiten geprägt. „Das ist jetzt hoffentlich vorbei“, betont Marion Machalowski (BfB). Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass die Situation grundlegende Defizite im Sozialstaat sichtbar gemacht habe.
Auch die Versorgungslage in der Region gibt Anlass zur Sorge: „Es fehlt an Wohnungen im Bereich des betreuten Wohnens in Bensheim und Umgebung“, stellt VuA-Stadtverordneter Matthias Penteker fest. BfB-Stadtverordnete Dr. Ulrike Vogt-Saggau ergänzt: „Menschen innerhalb weniger Monate aus Pflege und betreutem Wohnen vor die Tür zu setzen, das geht gar nicht. So darf mit älteren Menschen nicht umgegangen werden.“
Damit sich ein solches Szenario nicht wiederholt, fordern die Stadtverordneten eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Kreis Bergstraße und den Kommunen. „Hier bleiben viele Fragen offen“, erklärt Harald Polotzek (BfB).
BfB-Stadtverordneter Franz Apfel und VuA-Stadtverordneter Rolf Kahnt kündigen daher an, für die kommende Stadtverordnetenversammlung einen Fragenkatalog zu erarbeiten: „Wir wollen Klarheit über Zuständigkeiten und Eingriffsmöglichkeiten des Kreises. Für Kindergärten gibt es zu Recht einen regelmäßig aktualisierten Bedarfsplan. Ein solcher Plan fehlt im Bereich Pflege und betreutes Wohnen bislang – das muss sich ändern.“
Unsere Anfrage für die STVV am 18.9.2025 lautet:
Vorbemerkung:
Im BA war nachzulesen, daß den Mieterinnen und Mietern, den Beschäftigen und den Bewohnerinnen und Bewohnern im Betreuten Wohnen zum 30.09.2025 bzw. 31.10.2025 gekündigt wurde.
Die vergangenen Monate waren für die Bewohnerinnen, Bewohner und Mitarbeiterinnen von großen Ängsten und Unsicherheiten geprägt.
Ziel muß es ein, den aktuellen und zukünftigen Bedarf an Pflege- und Betreuungsplätzen für Seniorinnen und Senioren zu ermitteln und zu planen.
Wir fragen den Magistrat:
- Trifft es zu, dass es für die Weiterführung der Seniorenresidenz Fürstenlager ein Investor als Betreiber gefunden wurde ?
- Welche näheren Informationen liegen dem Magistrat hierzu vor ?
- Liegt eine Pflegebedarfsplanung für aktuelle und zukünftige Pflegeplätze und Plätze im betreuten Wohnen für den Kreis Bergstraße vor ? Wie lautet diese Bedarfsplanung?
- Muß der Kreis Bergstraße eine Bedarfsplanung für die erforderlichen Pflegeinrichtungen erstellen ? Wenn ja, wie lautet dieser Bedarfsplan für Bensheim ?
- Liegen Pläne für Neubauten, Erweiterungen, Förderung ambulanter Dienste und alternative Wohnformen vor ? Wie lauten diese ?
- Wann ist mit der beschloßenen Erweiterung des AWO-Sozialzentrums in der Eifelstraße zu rechnen ?
- Gibt es Pläne die Senioren-Residenz Villa Medici zu erweitern ?
- Welche Initiativen ergreift der Magistrat der Stadt Bensheim um zusätzliche Plätze im betreuten Wohnen etc. zu erreichen ?
Vor dem Hintergrund der nötigen Kontrolle eines Verantwortlichen Kreises für eine angemessene Versorgung seiner Bürgerinnen und Bürger mit Pflegeeinrichtungen und Plätze im betreuten Wohnen ergeben sich weitere Fragen:
9. Kann die Heimaufsicht und der Kreis Bergstraße die Wirtschaftlichkeit einer Pflegeeinrichtung beurteilen ? In welcher Form wird das wahrgenommen ?
10. Hat der Kreis Bergstraße bei Einrichtungen, die in privater oder freier Trägerschaft sind, Einblicke beziehungsweise Zugriffsmöglichkeiten auf die jährlichen Geschäftsberichte? Werden diese Möglichkeiten wahrgenommen?
