STVV 17.12.2020 „Tempobegrenzungen auf Tempo 30“, Franz Apfel

Frau Stadtverordnetenvorsteherin Christine Deppert,

meine Damen und Herren sehr geehrte Gäste,

es ist nicht nachvollziehbar warum eine Stadt wie Bensheim mit über 40.000

Einwohner nicht selber über die Einführung von Tempobegrenzungen auf

Tempo 30 entscheiden kann.

Es müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein, die in der Stellungnahme des

Magistrats zum SPD-Antrag aufgeführt sind.

Grundsätzlich stehen wir dem Antrag auf Tempo 30 positiv gegenüber. Das

nützt aber nichts wenn die Voraussetzungen dazu nicht erfüllt sind. Jede

einzelne Maßnahme muß begründet und abgewogen werden und dann wird

die Polizeidirektion und der Kreis Bergstraße angehört und entschieden.     

Als Fraktion der Bürger für Bensheim sind wir Anhänger der kommunalen

Selbstverwaltung. Deshalb sind wir eindeutig für mehr Handlungsspielräume

bei der Anordnung von Geschwindigkeitsbeschränkungen.

Deshalb haben wir in der STVV am 25. Juni 2020, zusammen mit der GLB

einen Antrag eingereicht, der den Beschluss des Präsidiums und

Hauptausschuss des Hessischen Städtetages unterstützt, Stichwort: Wir

wollen mehr Entscheidungskompetenz der Kommunen bei Tempo 30. Der

Antrag fand eine Mehrheit in der STVV.

Tempo 30  ist ein langwieriges Geschäft. Da müssen dicke Bretter gebohrt

werden damit die Verkehrswende vor Ort auch umgesetzt werden kann.

Beschlüsse zu fassen, genügt nicht.

Und mit Beschlüssen für die Zuschauer zu fassen da kommen wir auch nicht

weiter.

Weiter kommen wir dann, wenn wir als Stadt mit über 40.000 Einwohnern

das selber entscheiden dürfen. Und dann müssen wir natürlich auch die

Menschen in unserer Stadt mitnehmen – auch das ist ein wichtiges Anliegen

von uns.

Wir denken dabei an eine Bürgerversammlung wenn der Verkehrsentwick-

lungsplan vorliegt.

Meine Damen und Herren,

wir haben Sympathie für den SPD-Antrag, wissen aber, das der so derzeit

nicht umsetzbar ist. Deshalb werden wir uns bei dem TOP enthalten. 

Wir erinnern uns gut, wie schwierig es war auf der Heidelberger

Straße mit guten Gründen Tempo 30 einzuführen und wie groß die

Gegenwehr aus manchen Fraktionen dazu war. Jede Maßnahme muß gut

begründet werden, bevor diese umgesetzt wird.

STVV 17.12.2020 „Sanierung der K 58 in Gronau“, Franz Apfel

Frau Stadtverordnetenvorsteherin Christine Deppert, meine Damen und Herren,

wir beschließen heute über eine für niemanden „Vergnügungssteuer-

pflichtige“ Baumaßnahme der Sanierung der K 58 in Gronau.

Zur Erinnerung:

  • Die ursprüngliche Projektsumme belief sich auf 2,6 Mio Euro;
  • Infolge des Ausschreibungsergebnisses gab es eine Erhöhung auf 3,6 Mio Euro.
  • Die Projektsumme wurde erhöht auf 5,8 Mio Euro aufgrund der Änderung auf Borpfahlwand und Bau einer Umleitungsstrecke – damit ist die STVV den Forderungen des OB Gronau entgegen gekommen;
  • Dann erfolgte die Erhöhung der Baukosten bei der Bohrpfahlwand nach der Angebotseinholung auf 6,7 Mio Euro.

Meine Damen und Herren,

der Ortsbeirat Gronau hat der Verwaltungsvorlage zugestimmt.  Die BfB-

Fraktion stimmt ebenfalls für die Verwaltungsvorlage. Wir erleben hier

eine Situation, die wir im Baubereich öfters erleben müssen: wenige

Anbieter von Bauleistungen rufen saftige Preise zur Erledigung auf. Fakt

bleibt, dass die Sanierung abgeschlossen werden muß und wir maßen uns

auch nicht an, die besten Bauleiter zu sein…. 

STVV 17.12.2020 „Bebauung ehemaliges CBM-Gelände, Franz Apfel

Frau Stadtverordnetenvorsteherin meine Damen und Herren,

wir tragen die Änderungen im B-Plan Seegenberg, oder besser ehemaliges

CBM-Gelände mit. Aufgrund tiefergehender Untersuchungen mußte eine

Umplanung stattfinden.

Der bisher vorgesehenen Abbruch eines Bestandsgebäudes muß entfallen, da

dieses Gebäude den Hang an dieser Stelle abfängt, dazu hat ein Statiker

dringend geraten. Dadurch müssen auch die Straßenplanung umgeplant

werden.

Am Übergang zur Landschaft werden sowohl entlang der Planstraße 3 als

auch entlang der hinteren Grundstücksgrenze Flächen mit Pflanzbindungen

festgesetzt.

Mit der LBBW wird vertraglich vereinbart, 20 % der Wohnfläche für den

Mietpreisreduzierten Wohnungsbau zur sozialen Wohnraumförderung zur

Verfügung zu stellen. Auch das ist in unserem Sinne.

Die BfB-Fraktion stimmt zu.

STVV 1.12.2020 „Bürgerbegehren/Bürgerentscheid“, Norbert Koller

Sehr geehrte Frau Deppert,   sehr geehrte Damen und Herren, werte Gäste,

wir wollen einen qualitativ hochwertigen städtebaulichen Wettbewerb durchführen, wie es von der BI formuliert wurde. Das wollen auch die Bürger, Offenheit, Transparenz und Mitbestimmung. Über das Verfahren wurde lange genug gedeutet und gestritten.

Städtebaulicher Wettbewerb bedeutet, dass der komplette Marktplatz einbezogen wird und dass kreative innovative Ideen einfließen können -denn die sind hier gefragt- nach dem jahrelangen Trauerspiel.  Und dass es endlich die gravierenden Einschränkungen nicht mehr gibt, die den aktuellen Wettbewerbsausschreibungstext wesentlich bestimmen.

Was mir nicht gefällt, dass das Preisgericht immer noch mit Personen besetzt ist, die sich öffentlich ausschließlich für die eingeschossige Lösung ausgesprochen haben. Wir brauchen auch ein unabhängiges, für alle Ideen offene Preisgericht!

Weiterhin ist es wichtig, die Ergebnisse des Architektenforums „Kaufhaus Ganz“ in das Gesamtkonzept einzubeziehen und ggf. im neuen Wettbewerbsausschreibungstext berücksichtigt werden. Stückwerk war gestern.

Ich freue mich, dass die Vorgehensweise jetzt genauso abläuft, wie es Anfang des Jahres in der BA-Presseerklärung nach der Reißleinen-aktion von uns vorskizziert worden war.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

STVV 1.12.2020, „Bensheimer Marktplatz“, Franz Apfel

Frau Stadtverordnetenvorsteherin Christine Deppert, meine Damen und Herren,

CDU-Vorsitzender Heinz sprach nach der Wahl von Bürgermeisterin Christine

Klein „Wir räumen keine Steine weg“. Heute räumt die CDU keine Steine

sondern einen der großen Felsbrocken weg. Die CDU macht den Weg endlich

frei für einen städtebaulichen Ideenwettbewerb wo alle im

Bürgerbeteiligungsprozess vorgetragenen Positionen dargestellt werden.

Die CDU mußte die Position des Bürgermeisters verlieren um zu dieser

Einsicht zu gelangen.

Im Februar diesen Jahres setzte die CDU, zusammen mit der SPD, noch ein

einstöckiges Gebäude als Haus am Markt durch. Da war keinerlei Bewegung,

kein Entgegenkommen.

Die Bürgerinnen und Bürger wurden alleine gelassen. Sie sollten sich kein

eigenes Bild über die verschiedenen Möglichkeiten machen dürfen. Und es

kam, wie es kommen mußte in Bensheim, es bildete sich die Bürgerinitiative

„Bensheimer Marktplatz besser beleben“.

Die Bürgerinitiative schaffte etwas, wovon kaum einer hier glaubte, dass das

möglich war. Sie reichte mehr Unterschriften ein als notwendig um einen

Bürgerentscheid herbeizuführen. Und die BI mußte sich juristisch zur Wehr

setzen und sie erkämpfte sich ihr Recht ! Schlimm genug !

Unsere Hochachtung vor dieser Leistung !

Diese Politik im Rathaus muß vorbei sein ! Wir alle müssen mehr auf die

Strömungen innerhalb unserer Stadt achten, alle ! Und wir als BfB sind froh,

das sich so viele Menschen um die Zukunft unserer Stadt Gedanken machen.

Frau Stadtverordnetenvorsteherin Christine Deppert,

meine Damen und Herren,

heute Räumen wir einen großen Felsbrocken aus dem Wege – mit einer

großen Mehrheit. Diese große Mehrheit hätte es bereits im Februar geben

müssen, aber da wollten welche mit dem Kopf durch die Wand. Die Arroganz

der Macht in Bensheim ist gescheitert.

Die BfB-Fraktion begrüßt ausdrücklich den Antrag der CDU, besser spät als

nie! Wir werden zustimmen.

Und wir wollen in dem Preisgericht dann vertreten sein. Jetzt macht das Sinn!

Vorher war das zu verengt, da machte das für uns keinen Sinn und das war

auch im Nachhinein eine richtige Entscheidung, dass wir sie im Preisgericht

alleine gelassen haben. Und wir gehen als BfB ausdrücklich offen in diesen

städtebaulichen Ideenwettbewerb – wir sind nicht festgelegt.

Jetzt heißt es für das Rathaus auf die Bürgerinitiative Bensheimer Marktplatz

besser beleben zugehen und zusammenarbeiten !

Abschließend: es gibt noch einen weiteren Felsbrocken, den die CDU vor der

Kommunalwahl aus dem Weg räumen muß: die Sanierung des

Hauptgebäudes der Sparkasse am Bahnhof bzw. Transparenz und

Überprüfung warum das angeblich nicht gehen sollte.

Ihre klugen Köpfe werden das erkennen ! Die BfB-Fraktion stimmt zu !

Persönliche Erklärung von Franz Apfel für die BfB-Fraktion

Persönliche Erklärung von Franz Apfel für die BfB-Fraktion 5.11.2020

Frau Stadtverordnetenvorsteherin Christine Deppert, meine Damen und Herren, sehr geehrte Gäste,

die Bundesregierung hat zusammen mit den Länderchefs einen weiteren Teil-Lockdown für den Monat November beschlossen.

Unser Landrat hat daraufhin in seiner Allgemeinverfügung u. a. angeordnet, dass wir Mund-Nase-Masken nicht nur auf dem Weg zum Sitzplatz sondern die gesamte Zeit der STVV einschließlich der Redebeiträge tragen müssen.

In der Verordnung des Landes Hessen ist diese Regelung nicht zu finden.

Wir halten die Anordnung des Landrats für unangemessen, völlig überzogen und unbegründet: wenn es im Rahmen von Zusammenkünften von STVV etc. zu Ausbrüchen von COVID-19 gekommen wäre, dann könnte man eine entsprechende Anordnung verstehen und nachvollziehen. Aber da gibt es keinerlei Hinweise. Transparenz: Fehlanzeige !

Meine Damen und Herren,

sie sehen im Fernsehen keinen Politiker, der mit Mund-Nasen-Maske am Mikro spricht. Nicht unsere Kanzlerin, keinen Minister, kein Arbeitgeber- oder Gewerkschaftvertreter – niemanden. Die nehmen alle ihre Maske beim Reden ab ! Hier wird mit zweierlei Maß gemessen ! Die da oben und wir da unten – so geht das unserer Meinung nach nicht.

Ich zitiere aus der Verfügung für den Deutschen Bundestag:

In den Sitzungssälen, einschließlich des Plenarsaals, und Besprechungsräumen kann die Mund-Nasen-Bedeckung am Platz abgelegt werden, wenn mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen eingehalten wird. Die Rednerinnen und Redner im Plenarsaal dürfen die Mund-Nasen-Bedeckung am Rednerpult und an den Saalmikrophonen ablegen. Die amtierenden Präsidentinnen und Präsidenten können die Mund-Nasen-Bedeckung im Sitzungsvorstand ablegen.

Wir haben uns als BfB nicht dagegen gewehrt, die Mund-Nasen-Maske beim Betreten des Gebäudes bis zum Sitzplatz zu tragen. COVID-19 kann eine gefährliche Krankheit sein. Aber die Allgemeinverfügung des Landrats geht uns viel zu weit.

Als Konsequenz dieser unangemessenen, überzogenen und nicht begründeten Anordnung verzichtet die BfB-Fraktion auf Redebeiträge in der heutigen Sitzung.

STVV 17.9.2020 „Bürgerbegehren/Bürgerentscheid“

Sehr geehrte Frau Deppert,  sehr geehrte Damen und Herren, werte Gäste,

unter „normalen Umständen“ ist die Zusammenlegung eines Bürger-begehrens mit der Kommunalwahl, die ohnehin stattfindet sinnvoll und vernünftig, Synergien können entstehen, Zeit und Energie wird gespart.  

Der von der Verwaltung vorgeschlagene Termin am 17.01.2021 liegt genau zwischen Bürgermeister- und Kommunalwahl. Damit wird vermieden, dass ein Sachthema direkt mit der Wahl in Verbindung gebracht wird.    

Das Ergebnis aus den Bürgerbeteiligungsprozess–durchgeführt vom Bürgernetzwerk – nämlich die 3 Varianten, um dies es hier geht – wurden letztendlich auf dem „Schorschblick“ mit Flachdachbau eingedampft. Und dieses Verfahren soll nun das Nonplusultra sein?

Nein, damit sind nicht alle – über 40.000 Bürgerinnen und Bürger von Bensheim einverstanden.

Eine gewichtige Anzahl von Bensheimer Bürgerinnen und Bürger, nämlich über 3.400, haben ihre Unterschrift für ein Bürgerbegehren  abgegeben, die ermöglicht, mehrere Varianten für den Wettbewerb zuzulassen.

Deshalb soll ein fairer städtebaulicher Wettbewerb stattfinden, mit einem neutralen Preisgericht und einem passenden Wahltermin.

Das ist der 14. März 2021 am Tag der Kommunalwahl.

Der Bürgerwille hat oberste Priorität, nicht machtpolitische Spielchen.

Das sollte auch die Meinung des Stadtparlaments sein.  

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

STVV 17.9.2020 „Sparkasse“, Norbert Koller

Sehr geehrte Frau Deppert,   sehr geehrte Damen und Herren, werte Gäste,

Bensheim-die Stadt der Baustellen.

Gerade 17 Jahre ist es her, als die Sparkasse in der Bahnhofstraße umgebaut und mit einem zukunftsweisenden Gebäudeanbau versehen wurde.

Zum Tag der Architektur 2003 wurde dieses Gebäude ausgewählt. Gestalterisch sehr ansprechend, nur das feinste war gut genug. Auch damals wurden lautstark Hymnen auf die Zukunft des Institutes gesungen.

Jetzt gilt das alles nicht mehr. Es sollen Tatsachen geschaffen werden, Abriss -weg mit dem Gebäude.

Eine neue Filiale muss her, das Gelände soll so optimal wie möglich ausgenutzt werden.

Die Vorstellung das Institut wieder gut aufzustellen, um als Fusionskandidat attraktiv zu sein, ist für mich nicht nachvollziehbar.

Zuerst die Zerstörung von immensen Immobilienwerten um dann wieder wie Phönix aus der Asche zu neuen Höhenflügen zu starten?

2003 betrugen die Gesamtkosten des Sparkassengebäudes 2003 14,2 Millionen, es ging damals um 12.000 qm Bruttogrundfläche, angesetzt auf eine Lebensdauer von 40-50 Jahren.

Von einem offenen Wettbewerb habe ich in diesem Zusammenhang noch nichts gehört. 2017 wurden bei der Sparkasse Bensheim verschiedene Entwürfe von meist Frankfurter Architekturbüros eingereicht, im BA ein kleines Massenmodell vorgestellt.

Die Entwürfe, teilweise im Internet zu bestaunen, sind opulent und unpassend – und viel zu teuer, deshalb Reißleine und Abriss.

Die Zukunft der Banken hat bereits lange begonnen. Filialen werden weiter schließen. Immer wieder sehen wir nicht nur Sparkassenfusionen sondern auch das Zusammengehen von Sparkassen und Genossenschaftsbanken.

Die BfB erachtet das ganze Konzept für nicht zukunftsfähig.

Deshalb lehnen wir den Bebauungsplan BO 62 „Bahnhofstraße Südwest“ ab und bestehen -wie in unserem Antrag formuliert- auf die Klärung einer sinnvolle Neuausrichtung mit anderen Instituten. Wir wollen ein zukunftsweisendes Konzept für unsere Sparkasse dessen Haltbarkeitsdauer 5-10 Jahre übersteigt.   

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

STVV 17.9.2020 „Instandsetzungsgebot“, Norbert Koller

Sehr geehrte Frau Deppert,  

sehr geehrte Damen und Herren,

werte Gäste,

das Thema marode Fachwerkhäuser am Marktplatz war lange nicht mehr auf der Tagesordnung. Es besteht weiter dringender Handlungsbedarf – sieht jeder der da mal vorbeigeht!

Natürlich begrüßen wir die Vorgehensweise im GLB-Antrag für die Anordnung des Instandsetzungsgebotes.

Auch das Schreiben vom Team Stadtplanung und Demografie vom 10.09.2020 bringt keine neuen Erkenntnisse.

Nach all den in der Begründung aufgeführten Vorstößen und Beteuerungen, dass hier etwas passieren soll und wird, liegt immer noch kein Ergebnis vor. Wie lange geht das schon so? 8 Jahre bestimmt. Die Gebäude gammeln immer noch vor sich hin und sind dem totalen Zerfall preisgegeben.

Meiner Erinnerung nach sollten alle Verhandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden – so der Vorgänger von Frau Rauber-Jung.

Ein behördliches Verfahren würde ggf. ein langwieriges Gerichtsverfahren nach sich ziehen, was sich in dem oben erwähnten Schreiben bestätigt. Wie geht es hier konkret weiter? Die Häuser, zumindest die Fassaden müssen erhalten bleiben, weil sie ortsbildprägend sind.

Wir stimmen den GLB-Antrag zu.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

STVV 22.9.2020 „GroßKita Fehlheim / Schwanheim“, Dr. Ulrike Vogt-Saggau

Frau Stadtverordnetenvorsteherin, meine Damen und Herren, sehr geehrte Gäste

am 13.2.2020 stimmte die STVV für die Groß-KITA zwischen Schwanheim und Fehlheim im regionalen Grünzug ab – bei einer Gegenstimme. Ich hatte nicht zugestimmt.

In den damaligen Redebeiträgen wurde bei vielen das Unwohlsein bei dieser Entscheidung deutlich. 

Zur Vorgeschichte: bereits in der damals noch bestehenden Koalition aus CDU, GLB und BfB wurde in der Koalitionsrunde ausführlich über diese Kita und den Standort gesprochen. Alternativ-Vorschläge wurden diskutiert. Aber letztendlich waren diese – angeblich – nicht realisierbar. Somit kam es zu der Zustimmung in der STVV.

Heute wissen wir: es gibt eine Alternative und diese wird von den KITA-Leitungen und den Elternvertretungen auch ausdrücklich gewünscht. Wir konnten uns bei unserem Ortstermin selber davon überzeugen.

Heute wissen wir: die ganze Planung war ein Kommunikationsgau. Die KITA-Leitungen und die Elternbeiräte wurden nicht in die Planung eingebunden – es gab keinerlei Bürgerbeteiligung bei dieser so wichtigen Entscheidung.

Es gab dann die neue Vorlage, die bereits in einem Gremium mit einer überwältigenden Mehrheit abgesegnet wurde.

Aber zu früh gefreut: der Bürgermeister zog seine eigene Verwaltungsvorlage zurück. Warum? Auf eine Erklärung wartet die Öffentlichkeit bis heute.

Vertrauen sieht anders aus!

Meine Damen und Herren,

eine KITA mit 7 Gruppen passt einfach nicht zwischen zwei Dörfer. Und ob eine 7zügige KITA für alle Kleinkinder gut ist, ich setze ein großes Fragezeichen.

Das Thema Verkehr wurde in die Diskussion noch nicht einbezogen. Auch hier sehen die Bürger und Bürgerinnen vor Ort massive Probleme.

Wir unterstützen die Forderungen der KITA-Leitungen und der Elternvertretungen und sagen nein zur Groß-KITA im regionalen Grünzug.

Und damit sind wir beim 2. Thema: Diese Kita soll im alten Neckarbett, dem regionalen Grünzug gebaut werden.

Gab es hierzu ein Gespräch mit den Naturschutzverbänden bevor dieses Projekt in Gang gesetzt wurde? Nein – dabei haben wir eine Naturschutzkommission in Bensheim – mit beratender Funktion.

Wie kann man über ein so großes Projekt entscheiden ohne sich zuvor allumfassend und kritisch zu informieren?

Es wurde weder mit den Kita-leitungen gesprochen noch mit den Naturschutzverbänden.

Es war wichtiger gleich die Zustimmung des Regierungspräsidiums in Darmstadt zu holen um damit dann auch zu argumentieren.

Wir hatten einen Ortstermin mit Vertretern der hiesigen Naturschutzverbände – an dem auch zahlreiche Bürger und Bürgerinnen aus Fehlheim und Schwanheim teilnahmen.

In einem offenen Brief haben Sie den Verantwortlichen der Politik in Bensheim eine Stellungnahme zukommen lassen.

Liebe Gäste, falls Sie Interesse an dieser Stellungnahme haben, lassen Sie es uns wissen.  

„Hier wird eine Rote Linie überschritten“, beschrieb Stephan Schäfer, Vorstand des NABU Bensheim/Zwingenberg dieses Bauvorhaben.

Ich zitiere:

„Es handelt sich um ein Grünlandband, regional von größter Bedeutung für den Landschaftsschutz und für den Natur- und Artenschutz. Viele bestandsbedrohte Tier – und Pflanzenarten benötigen diesen Grünkorridor für den Austausch und für die Wanderungen. Er ist Lebensraum für seltene Vogelarten, die hier brüten, für Amphibien, Insekten und Reptilien, Nahrungsraum und Rastfläche für weitere Arten (Schwalben, Drosseln, Störche, Greifvögel u.v.a.). Eine auch nur teil- weise Überbauung schädigt dauerhaft den Lebensraum für alle diese Arten.

Eingriffe in diese Zone sind nicht wirklich ausgleichbar wie etwa ein Acker oder ein Stück Wald.“

Und weiter:

„Vor allem ist dieser Bereich ein ganz wichtiger Frischluftkorridor für die eng bebaute Kernstadt von Bensheim und ihrer Umgebung. Diese Niederung wirkt der Aufheizung entgegen und vermag Klimaextreme auszugleichen. Dieser Landschaftsbestandteil im Ried ist auch ein wichtiger Wasserspeicher, er bindet riesige Mengen CO² und würde bei Eingriffen in diesen Lebensraum das über 300-mal schädlichere Lachgas N²O freisetzen.

„Das Altneckarried ist ein einmaliges Naturerbe. Man kann es nicht ersetzen, nur zerstören.“

Andreas Rossa, Vorstand des BUND Ortsgruppe Bensheim, hat zudem darauf hingewiesen, dass diese Moorlandschaft nicht ohne Probleme bezüglich Statik und Entwässerung bebaut werden kann.

Was das heißen kann: zusätzliche Stützpfeiler, erhebliche Mehrkosten.

Meine Damen und Herren,

bitte bedenken Sie auch, dass beide Kirchengemeinden bei einer 7zügigen KITA nicht dabei. Diese Zuschüsse fallen dauerhaft weg.

Und was wir bei den 2 gutbesuchten Ortsterminen feststellen konnten: die KITA-Mitarbeiterinnen arbeiten gerne in kirchlichen Einrichtungen.     

Wir beantragen heute, den Beschluss vom 13. Februar 2020 aufzuheben und die Verwaltung zu beauftragen, eine 5gruppige KITA im Baugebiet „Langgewann“ zu planen und zu bauen. Im Anschluss soll eine zweigruppige KITA in Schwanheim auf dem bestehenden Grundstück als Ersatzbau errichtet werden.

Und dann ist es uns ganz wichtig, dass dieser Beschluss den beiden Kirchengemeinden, den beiden KITA-Leitungen, den beiden Ortsbeiräten und auch der Naturschutzkommission mit der Bitte um eine Stellungnahme zugeht.

Wir bitten um Zustimmung zu unserem Antrag.