STVV 25.5.2023 „Erstellung einer Klimaanalysekarte“, Dr. Ulrike Vogt-Saggau

Frau Stadtverordnetenvorsteherin

meine Damen und Herren, sehr geehrte Gäste

Mit unserem Antrag zur Erstellung einer aktuellen Klimaanalysekarte möchten wir, dass Bensheim für den Klimawandel gerüstet ist.

Um eine nachhaltige Stadtentwicklung zu gewährleisten, sind wirksame Maßnahmen notwendig, welche die stadtklimatischen Auswirkungen begrenzen. Im Sommer sorgen langanhaltende extreme Wetterlagen im dicht bebauten Bensheim für Hitzestress, die Zahl der Wärmeinseln steigt stetig.

Damit Gesundheit und das Wohlbefinden der Bürger und Bürgerinnen in Bensheim gesichert bleibt, müssen städtebauliche Planungen so optimiert werden, dass die thermischen Belastungen auch unter extremen Hitzebedingungen erträglich sind.

Was heißt das?

Im städtischen Bereich geht es darum, die steigenden Lufttemperaturen durch geeignete Maßnahmen zu kompensieren. Von entscheidender Bedeutung sind Luftleitbahnen bzw. die Frischluftzufuhr und die Vegetation.

Die Abkühlung und Versorgung der Städte mit Frischluft geschieht durch lokale Windsysteme, die sich ihren Weg über Schneisen in den besiedelten Raum suchen. Diese Luftleitbahnen müssen erkannt und im nächsten Schritt freigehalten werden.

Wie erstellt man Klimaanalysekarten?

Hierfür wird das Gebiet auf verschiedene Eigenschaften hin untersucht:

  • Aspekte, die die Erwärmung beeinflussen (z.B. Landnutzung, Gebäudedichte, Vegetation)
  • Aspekte, die die Kalt- und Frischluftzufuhr beeinflussen (z.B. Hangneigung, Belüftungsbahnen, Windstatistik)

Durch Kombination dieser Erkenntnisse lassen sich sog. Klimatope identifizieren, d.h. räumliche Einheiten, in denen das Mikroklima relativ homogen ist. Diese werden in der Klimaanalysekarte (Klimafunktionskarte) dargestellt.

Klimatope sind z.B.

  • Frisch- und Kaltluftentstehungsgebiete = Freilandklima und das Waldklima
  • Misch- und Übergangsklima = Klima innerstädtischer Grünflächen
  • Bis hin zum Innenstadtklima mit starker Überwärmung

Mit diesen ermittelten Informationen ist es möglich konkrete Planungsempfehlungen zu geben:

  • welche Flächen sind schützenswert und
  • wie empfindlich reagiert das Klima gegenüber Nutzungsänderungen

Zudem werden auch sanierungsbedürftige Flächen erkannt, auf denen Verbesserungen des Mikroklimas unternommen werden sollten.

Das könnte durch eine vermehrte Begrünung (Boden, Dächer, Fassaden) und einer Entsiegelung erreicht werden.

  • Begrünte Dächer und Fassaden zeigen einen Abkühlungseffekt
  • Genauso Bäume und Grünflächen
  • Bäume können auch kleinräumig eingesetzt werden und das Mikroklima eines eng umrissenen Areals positiv beeinflussen. Durch den Schattenwurf und den Verdunstungseffekt kann die Temperatur direkt unter Bäumen bis zu 10 Grad niedriger liegen als in der weiteren Umgebung.
  • Die Grünflächen sollten idealerweise miteinander verbunden sein um einen hinreichenden Luftaustausch zu garantieren.
  • Ganz wichtig sind die Wälder, die essentielle Frischluftentstehungsgebiete sind!

Ideal wäre es, wenn diese Karten in Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden zu erstellt werden. Wir alle erkennen, dass die Städte so ganz allmählich zusammenwachsen und die sowieso begrenzten Naturressourcen werden noch weiter reduziert.

Oft gibt es finanzielle Förderungen um die interkommunale Zusammenarbeit auszubauen.

Was kostet uns das?

Das Team Klima, Umwelt und Energie gibt ca. 60 000 € an. Das ist eine Menge Geld, gerade jetzt im Rahmen der Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen. Seit 2019 wurden die Mittel immer wieder gestrichen – weil so viel anderes wichtiger war.

Jetzt ist aktuell geplant, die Mittel für das Jahr 2024 bereitzustellen. Mit diesem Antrag möchten wir dem Nachdruck verleihen.

Dieses Geld ist gut investiert ist, denn es geht um die Zukunft unserer Stadt, um die Lebensbedingungen und die Lebensqualität der Bürger und Bürgerinnen in Bensheim.

STVV 25.5.2023 „Radstreifen Rheinstraße“, Norbert Koller

Sehr geehrte Frau Deppert,  

sehr geehrte Damen und Herren,

werte Gäste,

Die Grünen haben einen Antrag gestellt, im Bereich der Rheinstraße ab Höhe Moselstraße beidseitige Radstreifen anzuordnen.

Der Satz „die Parkstreifen können dort erhalten bleiben, wenn der Straßenquerschnitt so groß ist, dass sie zusätzlich zu den Radstreifen noch Platz finden“ heißt im Umkehrschluss:

Die Parkstreifen entfallen, wenn kein Platz mehr für Fahrbahn und Radstreifen vorhanden ist. 

Allgemein bin ich aufgeschlossen für Verbesserungen im Verkehrsraum. Je mehr Verkehrsaufkommen, desto weniger Aufenthaltsqualität für alle und weniger Sicherheit für schwächere Verkehrsteilnehmende. In Bensheim, ist die gerechte Aufteilung von Autos, Rädern und Fußgängern keine Option. Fahrradfahrende und Fußgänger müssen sehen, wie sie im motorisierten Verkehr am Besten zurecht kommen. Damit das so bleibt sorgt die Koalition die vor allem auf das Auto setzt.

Der Antrag der Grünen -so sympathisch er auch daherkommt- ist unrealistisch, wenn tatsächlich die Parkstreifen entfallen sollten. Ich habe jetzt nicht gemessen, die Rheinstraße ist aber bestimmt schmäler als die Schwanheimer. Gewerbebetriebe, incl. Mitarbeitende, Besucher Pflegedienst oder Handwerker könnten ihre Fahrzeuge nicht mehr im öffentlichen Raum abstellen. Zu verordnen, die PKWs können nur auf den eigenen Grundstücken parken, das funktioniert nicht. Die Parkerei wird auf die umliegenden Straßen verlagert.

Nach unserer Ansicht würde ein wechselnder, einseitiger Radstreifen funktionieren. Die Parkplätze würden erhalten bleiben. Diese Lösung sollte bei Bedarf geprüft werden.

In dieser Form können wir dem Antrag der Grünen nicht zustimmen.

STVV 23.3.2023 „Landesprogramm Zukunft Innenstadt – Beschluss – Zustimmung Entwurf Hoffart-Gelände“, Dr. Ulrike Vogt-Saggau

Frau Stadtverordnetenvorsteherin,                                  

meine Damen und Herren, sehr geehrte Gäste

In der letzten STVV wurde beschlossen Gelder aus dem Förderprogramm „Zukunft Innenstadt“ u.a. für die mobile Begrünung des Hoffart-Geländes einzusetzen. Heute liegt ein Entwurf zur Abstimmung vor.

Bensheim muss grüner werden, vor allem in der Innenstadt. Es muss entsiegelt werden, Bäume, Sträucher und Hecken müssen gepflanzt werden. Es steigert nicht nur die Attraktivität der Stadt sondern vielmehr auch die Lebensqualität und Gesundheit der Bewohner.

Leider wird mit den meisten Projekten, die in Bensheim umgesetzt werden, grün vernichtet – aber heute soll es anders sein. Und das ist gut so!

Wie sie wissen, sind wir als BfB-Fraktion der Auffassung, dass das Hoffart-Gelände verkauft werden soll. Dazu gibt es auch einen Beschluss der STVV. 

Leider gab es zu unserem diesbezüglichen Antrag in der letzten STVV keine Mehrheit – für uns nicht nachvollziehbar, trotz der vielen Diskussionen und Erklärungen.

Es gibt 3 Investoren, die Interesse bekunden – einer davon plant sogar ein Wohnbauprojekt. Wir haben doch einen dermaßen großen Wohnungsmangel in Bensheim, dass sogar direkt auf dem Bahndamm gebaut werden muss – und die Stadt mit dem Erlass der Infrastrukturabgabe sogar auf sehr viel Geld verzichtet – und natürlich wird wieder Natur vernichtet.

Trotzdem ist man nicht willens überhaupt Gespräche mit einem potentiellen Investor zu führen. Hier könnten neue Wohnungen entstehen – ohne zusätzliche Versiegelung.

Und bis zur Realisierung oder einem möglichen Baubeginn im Hoffart-Gelände würden mehrere Jahre vergehen, sodass als temporäre Zwischenlösung die in diesem heutigen Entwurf vorgelegene mobile Begrünung eine gute Möglichkeit bietet, für diese Zeit den Bereich als kleine grüne Oase für die Bürger und Bürgerinnen zu gestalten.  

Für Urban Gardening sind für uns Teile des Beauner Platzes allerdings besser geeignet, da weiter weg von einer Hauptverkehrsstraße. Aber da das ganze Konzept mobil angelegt wird, sollte dies ohne Probleme auch später kurzfristig realisierbar sein.

Dem Änderungsantrag der FWG werden wir nicht zustimmen.

Mit der Idee, den Marktplatz zu begrünen – und überhaupt mehr Natur zurück in die Innenstadt zu bringen, können wir uns natürlich anfreunden.

Ja – auch für den Marktplatz wäre für uns eine Zwischenlösung denkbar – mit mehr Grün und gleichzeitig einer kulturellen Nutzung. Aber hierfür braucht es ein neues – auf den Markplatz – abgestimmtes Konzept.

Die aktuellen Planungen für das Hoffart-Gelände jetzt auf Eis legen – und bis wann???? Für uns ist dies keine Option.

Trotz der offenen Fragen zum Verkauf des Hoffart-Geländes werde ich dem Entwurf zustimmen.

StVV 23.3.2023 “ Gebührensatzung Kitas Bensheim“, Franz Apfel

Frau Stadtverordnetenvorsteherin, meine Damen und Herren, 

sehr geehrte Gäste, 

wir nehmen unseren Änderungs-Antrag als BfB-Fraktion zurück und haben uns
dem Änderungs-Antrag der Koalition angeschlossen.

Unsere Ziele wurden dadurch erreicht:

A) Reduzierung der Beträge für den Pakt für den Nachmittag und

B) B) ein Angleichung der Konzepte vorzunehmen.

Der gemeinsame Änderungs-Antrag ist ein Kompromiss. Im Haupt- und 

Finanzausschuss wurde der von mir vorgetragene Änderungs-Antrag von der 

Koalition und der FWG rundweg abgelehnt. Danach kam Bewegung in die 

Sache und wir können den Kompromiss mit tragen.

Die Anhebung der Elternbeiräte im Pakt für den Nachmittag ist drastisch und 

sie trifft viele in einer schweren Zeit wo es wegen der Inflation ohnehin
schon 

große finanzielle Schwierigkeiten in den Familien gibt. 66 Euro mehr im 

Monat bei Betreuungszeiten von bis 7.30 Uhr bis 17.00 Uhr ist für viele 

schwer verkraftbar. 

Deutlichen Widerspruch gegen diese Erhöhungen gab es in den Elternbeiräten 

der Carl-Orff-Schule und der Schillerschule, dieser Kritik sind wir nun in
Form 

eines Kompromisses entgegen gekommen.

Und wir loben ausdrücklich die Umsetzung des Konzeptes in Fehlheim, an der 

Carl-Orff-Schule – dort sind viele Lehrer eingebunden und die Kosten deshalb

deutlich niedriger. Hier wollen wir für die Zukunft Bewegung und die 

Angleichung der Konzepte sehen, das ist im Interesse der Eltern und der 

Kinder. 

STVV 23.3.2023 „Prüfung Verkauf Tiefgarage Guntrum“, Franz Apfel

Frau Stadtverordnetenvorsteherin,

meine Damen und Herren, sehr geehrte Gäste, 

Danke, dass Sie in der Stadtverordnetenversammlung am 16. Dezember 2021 

mit 37 Ja-Stimmen bei 3 Nein-Stimmen den folgenden Beschluss gefasst 

haben, ich zitiere:

„Der Magistrat wird beauftragt zu prüfen, ob ein Verkauf der Tiefgarage 

Guntrum möglich ist, welcher Preis gegebenenfalls erzielt werden könnte, 

welche Einnahmen und welche Verwaltungskosten und weitere Kosten 

anfallen und Argumente für einen Verkauf bzw. für die Beibehaltung der 

Tiefgarage im städtischen Besitz vorzutragen.“

Nach der Information des Magistrats haben wir alle Fraktionen angeschrieben 

wegen einer gemeinsamen Antragstellung zur weiteren Prüfung und Klärung. 

Die Fraktion Vernunft und Augenmaß hatte Interesse, diesen Punkt der 

Haushaltskonsolidierung mit uns weiter zu verfolgen, deshalb dieser 

gemeinsame Antrag. 

In unserem Antrag steht in der Begründung das Wesentliche zur 

Unterstützung des Antrages. Fest steht wir werden in den folgenden Jahren 

finanziell stark belastet sein mit weiteren anstehenden Sanierungsschritten.

Deshalb ist es unserer Meinung nach richtig, dass wir versuchen das 

Teileigentum der Stadt an der TG Guntrum-Galerie zu verkaufen. 

In der Umsetzung des Prüfauftrags der Stadt steht, ich zitiere, „Der zu 

erzielende Verkaufspreis und somit der Verkehrswert muss über ein noch zu 

beauftragendes Gutachten festgestellt werden. Darauf bezieht sich der 

Antrag der BfB und der VuA.

In der letzten Sitzung des HFA wurde bezweifelt, dass jemand Interesse hätte

einen Stellplatz dort zu erwerben. Deshalb sollte kein Gutachten in Auftrag 

gegeben werden und unser Antrag wurde abgelehnt.

Wer daran zweifelt, dass es ein Interesse am Kauf zentral gelegener 

Stellplätze hat, der sollte es zumindest mit kleinem Aufwand klären. 

Mit kleinem Aufwand meinen wir z. B. die Eigentümer in der Guntrum-Galerie 

anschreiben und fragen ob Interesse am Kauf eines Stellplatzes besteht und 

gleichzeitig noch eine Anzeige im BA dazu aufgeben. 

Wir sind uns sicher, dass dort Stellplätze angekauft werden. Und jeder 

Stellplatz, der verkauft wird, der bringt a)Geld in die Kasse und B) der 

verhindert zukünftige Mehrbelastungen. 

Wenn wir uns auf diese beiden Punkte einigen könnten schlagen wir vor, dass 

wir einen gemeinsamen Beschluss zumindest für die Umfrage der Eigentümer 

in der Guntrum-Galerie und der Anzeige auf den Weg bringen. 

Das ist weder eine große personelle noch eine finanzielle Belastung kann
aber 

zum Erfolg führen. Aus meiner Erfahrung in früheren Jahren als Eigentümer in

mehreren 

Mehrfamilienhäusern bzw. Hochhäusern weiß ich, dass zusätzliche Parkplätze 

immer gesucht werden. Und wenn diese nicht vorhanden sind, muss man 

diese über „Mondpreise“ anmieten. Wir meinen es ist ein Versuch wert der zu
positiven Ergebnissen führen kann – ohne viel Aufwand. Ein vorläufiger Preis
könnte über das Liegenschaftsmanagement zusammen mit dem Magistrat
festgelegt werden. 

Wir bitten um ein weitgehend gemeinsames Vorgehen. 

STVV 23.3.2023 „Neuausrichtung MEGB“, Norbert Koller

Sehr geehrte Frau Höller,  

sehr geehrte Damen und Herren,

werte Gäste,

die BfB ist dafür, dass das Stadtmarketing und die Wirtschafts-förderung an die MEGB übertragen wird. Da können wir zustimmen. 

Was den sozialen Wohnungsbau betrifft, das können wir nicht mitttagen. Die Verwaltungsvorlage ist viel zu allgemein formuliert, ein echtes Konzept ist nicht zu erkennen, die Konsequenzen sind nicht bedacht. 

Darmstadt hat eine stadteigene Wohnungsbaugesellschaft. Das ist die bauverein AG. Diese hat 250 Mitarbeitende und ganz umfängliche, vielfältige Aufgaben und mit Bensheim nicht zu vergleichen.

In aus der  MEGB einen Wohnungsbaugesellschaft zu  machen müßten umfassend grundlegende Strukturen aufgebaut werden, die dauerhaft eine reibungslose Abwicklung (Projektsteuerung, Planung, Bauleitung, Vermarktung, Verwaltung, Instandhaltung usw. ) ermöglichen. Mal schnell einen Architekten einstellen, der das dann alles managt, das hat ja in der Vergangenheit nicht geklappt. Das ist auch naiv. Die personellen Wechsel in der MEGB sind auffällig. 

Wohnungsbau bedeutet für die MEGB Konkurrenz mit Wohnbau, GGEW und privaten Investoren. Wo sollen überall Wohnungen baut werden? Die noch verfügbare Landschaft wird versiegelt, um die MEGB wirtschaftlich dazustellen. 

 Wir haben das System mit den Stubenwald-Abschnitten schon ausprobiert. Ein Unternehmen, das seine Existenzgrundlage daraus bezieht, ständig die knappen Flächen in Bensheim bebauen zu müssen. Die Kommunalpolitik soll die Grundlagen dafür schaffen, um den Wohnungsbau überall zu ermöglichen, egal ob das in die Landschaft passt wie das dann aussieht.

Eben genau das wollen wir nicht mehr.

So haben wir uns die Neuausrichtung nicht vorgestellt.

Wir sind im Zeitalter des Klimawandels! Es geht darum zur Flächen zu entsiegeln, Grünzonen und Frischluftschneisen zu schaffen.

Wir wollen, dass Verhandlungen mit der Wohnbau bzw. der GGEW aufgenommen werden. Es soll untersucht werden, ob die Umnutzung von Gewerbe- und Industriegebäuden für den Wohnungsbau geeignet sind. (Stichwort: Homeoffice, Wegfall von Flächen s. Kommentar von Lindner).

Die Aufgaben der MEGB sollen auf ein Minimum begrenzt werden.

Wir beantragen getrennte Abstimmung der beiden Absätze.

Wir können dem Änderungsantrag der FWG zustimmen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

STVV 23.3.2023 „Barrierefreiheit für Fußgänger im öffentlichen Straßenraum“, Norbert Koller

Sehr geehrter Herr Moritz,  

sehr geehrte Damen und Herren,

werte Gäste,

Die Grünen haben einen Antrag gestellt, im Bereich des Fußgängerverkehrs Barrierefreiheit umzusetzen. Grundsätzlich ist das Vorgehen richtig und eine Verbesserung des Umfeldes hin zu weniger Barrieren ist immer wieder anzumahnen. Bensheim ist nicht barrierearm, barrierefrei auch nicht behindertengerecht.

Ja, das Thema ist momentan nicht im Focus. Die Untersuchungen und Dokumente die rund um verwandte Themen wie Demografie auf der Homepage stehen, stammen aus 2019 und 2020. Es gibt in Bensheim eine Demografiebeauftragte. Ich frage: Gehört das nicht in ihr Resort?

Unser Änderungsantrag ist selberklärend:

Zu diesem Thema ist eine Priorisierung vorzunehmen! Wir wollen eine Aufstellung welche Maßnahmen dringlich erforderlich sind (z.B. im Umfeld öffentlicher Gebäude oder auf von Fußgänger/innen stark frequentierten Straßenabschnitten).

Alle verfügbaren Fördermittel sollen in Anspruch genommen werden.

Ich zitiere aus den Förderrichtlinien der KfW:

Warum Barrierefreiheit so wichtig ist

Auf ein barrierefreies Umfeld sind besonders Menschen mit Behinderung angewiesen. Aber auch Personen, die nur zeitweise in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind, profitieren unmittelbar von Maßnahmen für mehr Barrierefreiheit. Dazu gehören etwa Schwangere, Eltern mit Kindern, Kranke oder Reisende mit Gepäck.

Die Maßnahmen beschränken sich nicht zwangsläufig auf physische Barrieren. Viele Hürden, die Menschen im öffentlichen Raum erheblich einschränken, sind vielen kaum bewusst. Personen mit Sehbeeinträchtigungen benötigen zum Beispiel durchgängige Leit- und Orientierungssysteme, während gehörlose Menschen Audio­unterstützung brauchen, um sich zu informieren.

Für das Protokoll: Wir wollen einen Satz aus unserem Änderungstrag streichen:

Weiterhin soll darüber informiert werden, welche Maßnahmen bereits durchgeführt wurden.

Wir bitten um Zustimmung zu unserem Antrag.

Dem Antrag der Grünen stimmen wir zu.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

STVV 15.12.22 „Altes Stellwerk – Dammstraße „, Norbert Koller

Das Projekt ist überdimensioniert. Über den spärlichen Infrastruktur-kostenbeitrag wurde schon ausführlich besprochen. Gemäß erster Stellungnahmen seitens des RP gab es erhebliche Bedenken wegen des bahnseitigen Lärms, von Gesundheitsgefährdung ist die Rede. Auch der Kreis Bergstraße sieht Schallschutzwerte, die teilweise in Gewerbegebieten geltenden Orientierungswerte von 55 bis 60 db bei Weitem überschreiten.

Als Ausweg aus der Schallschutzproblematik wird in der aktuellen Vorlage eine gebäudehohe Schutzwand sowie andere Maßnahmen angegeben (Außenbauteile, Lüftung usw.). Von einer Glaswand ist hier die Rede. Gibt es dazu Darstellungen und konkrete Zusagen?  

Auch von Hessen Mobil gab es erhebliche Bedenken (Fußgängerüberquerung und Abbiegeproblematik, Radfahrende usw.) Das Ganze Areal ist dann weitestgehend versiegelt.

Die Diskussion um die eingeschränkte Nutzung der Wohnungen „Kinder-Zimmer-Verbot“ wird jetzt durch die Verhängung von „ Ordnungs-widrigkeiten“ erweitert. Es werden Wohnungen gebaut, bei denen dann festgelegt wird, dass diese nur eingeschränkt genutzt werden können! Wenn die Wohnung also komplett genutzt werden, dann ist das strafbar und gesundheitsgefährdend, nicht zu glauben.

Die Büros (homeoffice) zur Bahnseite: Wie lange darf ich mich dort aufhalten? Wer verhindert die Nutzung als Gästezimmer oder als Wohnraum für eine Pflegekraft? Das Ganze ist Wortspalterei mit Verwirrtaktik. Wer blickt hier bei den Schallschutzdetails wirklich durch?

Es geht hier darum, ein völlig unpassendes und gesundheitsge-fährdendes Projekt mit aller Gewalt durchzusetzen.

Unsere Position ist bekannt. Die Bürger für Bensheim lehnen das Projekt in seiner Gänze ab.

Hier ist eine gut gestaltete Grünzone die richtige Lösung! Den Stadtverordneten liegen umfangreiche Unterlagen vor, in denen plausibel die Bedenken plausibel formuliert wurden. Alle Stimmberechtigten stehen hier in der Verantwortung eine weitere Bausünde zu verhindern. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

STVV 15.12.22 „Rede zum Haushalt 2023“, Franz Apfel

Frau Stadtverordnetenvorsteherin, meine Damen und Herren, liebe Gäste, 

als erstes bedanken wir uns für die Antworten auf unsere Fragen zum 

Haushaltsentwurf 2023 bei Bürgermeisterin Klein und Herrn Loser. 

Nach den Beratungen im Haupt- und Finanzausschuss (HFA) verringert 

sich das maßgebliche ordentliche Ergebnis auf ein Defizit von rund 6,3 Mio 

Euro, das sind immerhin 1,6 Mio Euro weniger als bei der Einbringung des 

Haushaltsentwurfes und vor der HFA-Sitzung. 

In der heutigen Sitzung können wir weitere Einsparungen und 

Einnahmeverbesserungen beschließen und vor allem das 

Haushaltssicherungskonzept deutlich ändern um eine weitere 

Steuererhöhung zu vermeiden. Unser Ziel ist es, dass die Grundsteuer B 

und die Gewerbesteuer in den zukünftigen Jahren wieder reduziert wird. 

Und wir sind überzeugt, dass dies möglich ist ! 

Wir haben auch dazu das passende Rezept dafür: keine Koalition sondern 

parteiübergreifende Zusammenarbeit um dieses Ziel zu erreichen. 

Wir müssen auch erkennen, dass mehrere Änderungs-Anträge von uns und 

von der Koalition keine Ä-Antrage sind mit denen man einen Haushalt 

saniert. Vielmehr gibt es manche Ä-Antrage, bei denen die Kosten in die 

Folgejahre geschoben werden. 

Wir begrüßen es, dass jetzt auch die Koalition Verkäufe von Gebäuden 

für das HH-Sicherungskonzept vorschlägt. Das sind die drei Immobilien, 

die wir bereits beantragt haben: Alte Gerberei, Stadtkeller, Rodensteinstr. 

8. Die Verkäufe sind Änderungs-Anträge die tatsächlich mit HH-

Konsolidierung zu tun haben, die Kosten in den Folgejahren vermeiden 

und gleichzeitig für Einnahmen sorgen. 

Meine Damen und Herren,

der Haushaltsentwurf der Stadt Bensheim hat sowohl positive als auch 

negative Elemente. 

Zunächst zu den positiven Punkten: 

Durch den guten Jahresabschluss 2021 stehen in der Rücklage zum 31.12.2021 

10,7 Mio Euro bereit. Dadurch gilt der Ergebnishaushalt 2023 als 

ausgeglichen. Die positiven Abschlüsse der letzten Wahlperiode, in der es 

kein einziges Mal ein Defizit im Ergebnishaushalt gab, wirken positiv nach. Es 

gibt keine Kassenkredite, die Altfehlbeträge wurden in der letzten 

Wahlperiode dazu abgebaut. Alle Haushalte in der Schlussrechnung waren 

deutlich besser als bei der Verabschiedung. Auch das hilft uns heute. 

Durch die Antwort auf eine Anfrage der BfB-Fraktion ist bereits ersichtlich, 

dass 2022 die Schlussrechnung wahrscheinlich mit einem Plus abschneidet. 

Die geplante Liquidität zum 1.1.2023 beträgt sogar 35 Mio Euro. Das muß 

„man“ sich auf der Zunge zergehen lassen. Und dann soll immer noch ab 2025 

die Grundsteuer B angehoben werden ? Da sind wir nicht dabei. Wir schaffen 

das auch ohne die weitere Anhebung der Grundsteuer B. 

Sehr positiv: durch die vorhandene Liquidität erfolgt keine Neuaufnahme von 

Krediten. Durch die Tilgungsleistungen von Krediten reduzieren sich unsere 

Schulden um 4.296.000 Euro. 

Weiterhin sehen wir Positiv: 

die Wiedereinführung der 1.000 Euro-Regelung für die Ortsbeiräte. 

Das bedeutet eine Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit der 

Ortsbeiräte für ihren Stadtteil.

Die Erhöhung der Mittel für den Förderverein Heimatpflege Hochstädten für 

das Hochstädter Haus auf 6.000 Euro. Gut, dass wir hier gemeinsam an einem 

Strang ziehen und dieses starke Engagement unterstützen. 

Sehr positiv sehen wir die Lösung für zwei Kindertagesstätten in Fehlheim 

und Schwanheim statt der geplanten Groß-KITA im regionalen Grünzug. Dazu 

hat unsere Magistratsspitze nichts beigetragen. Wir sind allen Fraktionen für 

die gemeinsame Antragstellung und für die Korrektur dankbar. Und großen 

Dank an die beiden Ortsbeiräte von Fehlheim und Schwanheim ! 

Sehr positiv sehen wir die Entscheidung von Bürgermeisterin Christine Klein 

und vom Vorstandsvorsitzenden Johannes Schulz zur Sanierung der Sparkasse 

statt Neubau. 

Meine Damen und Herren,

sie hören wir malen nicht nur schwarz !

Wir kommen zu den negativen Punkten:

Sehr negativ sehen wir den Versuch der Einführung einer neuen 

Führungsebene nach Weggang von Stadtrat Oyan im Stellenplan der Beamte 

durch die Bürgermeisterin und die 1. Stadträtin. Dieser Versuch wurde zum 

Glück mit großer Mehrheit im HFA abgewendet. Dem Änderungs-Antrag der 

Koalition zum Stellenplan stimmen wir zu.

Sehr negativ sehen wir das sogenannte Haushaltskonsolidierungskonzept des 

Magistrats. Dort stehen nur die Steuererhöhungen drin. Ein sehr schwaches 

Bild, das hier abgegeben wird. Die Grundsteuer B soll von schon extrem 

hohen 620 Punkten ab 2024 auf 760 Punkte angehoben werden. Die 

Gewerbesteuer soll ab dem Jahr 2024 auf 395 Punkte steigen. Damit würde 

Bensheim mit an der Spitze der Steuersätze im Kreis Bergstraße stehen. Zum 

gestern eingereichten Ä-Antrag der Koalition komme ich später. 

Die Spitzenreiter Lautertal und Lindenfels sanieren erzwungener Maßen 

erfolgreich ihre Haushalte und senken ihre Steuern. 

Da nützt es nichts, Frau Bürgermeistein Klein, dass Sie aktuell eine 

Arbeitsgruppe ins Leben gerufen haben. Diese Arbeitsgruppe hätte 

spätestens mit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine arbeiten 

müssen. Dafür hätten Sie sorgen müssen. Und dann würden wir hier über ein 

Haushaltskonsolidierungskonzept sprechen, dass diesen Namen verdient.

Aus diesem Grund hat die BfB-Fraktion mehrere Änderungs-Anträge, die 

tatsächlich etwas mit Konsolidierung zu tun haben, eingereicht: Verkauf der 

Gebäude Alte Gerberei, Rodensteinstraße 8 und den Stadtkeller, weiterhin 

Nachtabschaltung bei bestimmten Straßen um Strom zu sparen, 

Kostenübernahme Weinlagenwanderung durch den Weinbauverband,  

Stellenbesetzungssperre und mehrere weitere Punkte. Wir können die 

Erhöhung der Steuern gemeinsam verhindern.

Negativ sehen wir die Reduzierung der Koalition im Bereich der 

Förderungsmaßnahmen im Klimaschutz und ich füge hinzu auch im Bereich 

der Biodiversität, die für uns einen wichtigen Stellenwert hat.

Die KOA wird sich mit ihrer Kürzung im Fördertopf auf 100.000 Euro 

durchsetzen. Auch das BfB-Thema Förderung von Begrünungsmaßnahmen 

und Entsiegelung wurde abgelehnt. Für uns ein wichtiger Teil. Das Thema 

Klimaanpassungsmaßnahmen verschwindet ganz aus dem Blickfeld. 

Natürlich unterstützen wir die Bereitstellung von 150.000 Euro für 

Fotovoltaik-Anlagen auf städtischen Gebäuden – ein Ansatz, den wir ebenfalls 

verfolgen. Insgesamt sehen wir hier aber eine Kürzung – wir hätten hier eine 

Schippe draufgelegt anstatt zu kürzen.

Ein deutlich negatives Signal sehen wir in der Kündigung von Nextbike – das 

ergibt zum jetzigen Zeitpunkt keinen Sinn. 

Sehr negativ sehen wir auch, dass die Koalition auf 120.587,10 Euro 

Infrastrukturkostenbeitrag bei der Bebauung der Dammstraße verzichtet. Der 

Investor wird dadurch gefördert – wir als Steuerzahler zahlen den Betrag. 

Natürlich werden dort Kinder wohnen, niemand kann das kontrollieren und 

verhindern. Frau Rauber-Jung, auch das geht auf ihr Konto.

Und an der Lauter, am Kleinkinderspielplatz ist der gefährliche Zugang seit 

Monaten abgesperrt. Das Projekt hat uns mehrere Hunderttausend Euro 

gekostet, einschließlich dem Beleuchtungskonzept, das jetzt natürlich auch 

nicht zum Tragen kommen kann und darf. Durch solche Entscheidungen 

Entstehen u.a. die defizitären Beträge in unserem Haushalt.

Meine Damen und Herren,

was hat den der Bensheimer Weg erreicht um diesen mit 20.000 Euro 

zu evaluieren. Da schaun wir mal etwas genauer hin.

Ziel war es, Zitat aus der Vorlage vom 15.7.2021:

„Grundgedanke des „Bensheimer Wegs“ ist, durch einen 

regelmäßigen Austausch zwischen relevanten und engagierten 

Akteur/innen der Stadtgesellschaft in Zukunft mehr Agilität in 

Entscheidungsprozesse hineinzubringen und dadurch in kürzerer 

Zeit und mit weniger Reibungsverluste zu tragfähigen Ergebnissen 

zu kommen.“ Zitat Ende. Das muß man nicht kommentieren, die 

Realität sieht ganz anders aus: Kommunikationsgau, 

Gesprächsverweigerung, Stillstand, Versagen auf der ganzen Linie. 

Da wurde dann ein Steuerungsteam gebildet, eine Projektleitung, 

ein Reflexionsteam und das Empfehlungsteam – mein Gott, da wird einem ja 

schwindlig ! – und natürlich fehlte nicht die externe Moderation. Was dieser 

Prozess der Stadt Bensheim gekostet hat und mit welchem Ergebnis ?! 

Fakt ist, es folgte ein Kommunikationsgau nach dem anderen. Die 

Bürgerinitiative Bensheimer Marktplatz besser beleben stieg 

frühzeitig aus. Die BI wurde nicht mit ihrem Stellenwert in diesem 

Prozess behandelt. Das hessische Innenministerium hatte davor 

gewarnt Änderungen nur im Einvernehmen mit der BI zu 

beschließen. Das interessierte aber die Magistratsspitze mal wieder 

nicht. Und so holte man sich eine blutige Nase nach der anderen: 

bei der Verlängerung zum sammeln der Unterschriften wegen 

Corona-Einschränkungen und beim Werkstattverfahren. Und jetzt erneuter 

Stillstand. 

Und nun hat auch das Bürgernetzwerk gedroht die Zusammenarbeit 

aufzukündigen. 

Wir fassen zusammen: 

Ein Scheitern nach dem anderen. Die BI mußte des Öfteren Gerichte 

und das Innenministerium anrufen und bekam immer Recht. 

Warum erkennen Frau Rauber-Jung und Frau Klein nicht ab einem 

gewissen Zeitpunkt, dass Sie umsteuern müssen ???

Was hat uns das als Steuerzahler gekostet ? Die Verwaltung und das 

Ehrenamt beschäftigt mit hehren Zielen an die sich die 

Magistratsspitze nicht gehalten hat. Und dann wird dieses 

Verfahren noch benutzt, dass die Verwaltung aus Zeitgründen sich 

nicht um den beschlossenen Verkauf des Hoffart-Gelände kümmern 

kann. Das ist der Bensheimer Weg. Dafür wollen sie ernsthaft weitere 20.000 

Euro ausgeben ? Frau Rauber-Jung und Frau Klein, Sie persönlich haben beide 

den Stillstand am Marktplatz zu verantworten. 

Meine Damen und Herren,

die offenen Baustellen nehmen zu:

ich nenne nur mal: Marktplatz, Neumarkt, Tiefgarage Beauner Platz, Kaufhaus 

Krämer, Haushaltskonsolidierung, MEGB.

Zur MEGB noch ein Exkurs. Das wir die MEGB nicht auflösen ist für uns als 

BfB-Fraktion klar, nachdem feststeht, dass wir die Liquidität der MEGB nur 

mit hohen steuerlichen Abzügen auf die Stadt übertragen können. Das 

bedeutet, wir müssen die MEGB weiter führen, aber wie ?

Das Kaufhaus Krämer wird saniert. Da kommt ein Betrag in der Höhe des 

Bürgerhauses auf uns zu, plus X. Wenn es zu einer Bebauung des 

Marktplatzes kommt als Nachfolge für das abgerissenen Haus am Markt dann 

bedeutet das ebenfalls ein zweistelliger Millionen-Betrag. Und wenn dann 

noch die beschlossene Prüfung zum Thema Neubau von Sozialwohnungen als 

Thema bei der MEGB hinzukommt, dann fragen wir schon mal: wann muß die 

MEGB zum zweiten Mal finanziell durch die Stadt gerettet werden.

Meine Damen und Herren,

die Änderungs-Anträge der BfB liegen Ihnen vor. Wenn die Änderungs-

Anträge zur Haushaltskonsolidierung durchgehen, dann tragen wir diesen 

Haushalt mit. Wenn die Koalition bei der Steuererhöhung 2025 bleibt dann 

sind wir nicht dabei. Wir erinnern in diesem Zusammenhang an den 

Koalitionsvertrag von CDU, SPD und FDP, Zitat: „Die Hebesätze, unter 

anderem die Gewerbesteuer, bleiben stabil. Soweit sich die Möglichkeit 

ergibt, soll die Grundsteuer gesenkt werden.“ Zitat Ende. Die Grundsteuer B 

wurde von Ihnen extrem in diesem Jahr erhöht und auch die Gewerbesteuer 

wurde erhöht.

Der nachgereichte Änderungs-Antrag der Koalition zur 

Haushaltskonsolidierung sehen wir bis auf 2 Punkte positiv. Die beiden 

Punkte sind die Anhebung der Hundesteuer, da sind wir bereits jetzt an der 

Spitze im Kreisgebiet. Und als zweites die Erhöhung der Grundsteuer B ab 

2025 – die können wir nicht mittragen. Wir sind überzeugt, dass es mit der 

Annahme der Änderungs-Anträge der BfB-Fraktion und der Koalition nicht zur 

Anhebung kommen muß. Wir können heute auch noch aufnehmen: Verkauf 

des Anteils der Guntrum-Tiefgarage und weiteres. Wir sind dazu bis zur 

Abstimmung bereit. 

Die Koalition hat einige wichtige Punkte erreicht – das wollen wir nicht unter 

den Tisch fallen lassen: Verschiebung der Anhebung der Grundsteuer B auf 

2025, Streichung der Anhebung der Gewerbesteuer, keine Steueranhebung 

ab 2026 – alles Aufgaben des Magistrats. 

Wir müssen den Automatismus der Steuererhöhungen durchbrechen. Das 

sind wir unseren Auftraggeberinnen und Auftraggebern schuldig. 

Und abschließend: wir erwarten Gewerbesteuern in Höhe von 52 Mio Euro, 

nur zweimal gab es mehr Gewerbesteuer. Ich bedanke mich für ihre 

Aufmerksamkeit. 

Frau Stadtverordnetenvorsteherin,

wir bitten um Einzelabstimmung der Änderungs-Anträge, bei dem Ä-Antrag 

der Koalition zum Stellenplan können wir zustimmen. Der muß aus unserer 

Sicht nicht einzeln abgestimmt werden. Zum Ä-Antrag der Koalition zum 

Haushaltskonsolidierungskonzept haben wir unsere zwei Änderungs-Anträge 

eingereicht.

STVV 15.12.22 „Kita Berliner Ring“, Dr. Vogt-Saggau

Redebeitrag zur STVV am 15.12.2022

„Kita Berliner Ring “

Frau Stadtverordnetenvorsteherin,

meine Damen und Herren, sehr geehrte Gäste

alle Fraktionen im Stadtparlament haben heute gemeinsam einen Antrag eingereicht, um einen Beschluss der STVV zur Kita Berliner Ring vom März 2022 aufzuheben.

Was ist passiert?

Aus Sicherheitsgründen sollte der Zugang zur Kita nur vom Berthold-Brecht Ring möglich sein – nicht vom Berliner Ring.

Was theoretisch sicherlich gut gemeint war, funktioniert leider in der Praxis überhaupt nicht.

Ganz im Gegenteil – das Sicherheitsrisiko hat sich erhöht, wie uns die Elternvertreter bei einem Vor-Ort-Termin schilderten.

Wir korrigieren heute gemeinsam eine Fehlentscheidung der STVV. Die Zugänge vom Berliner Ring zur Kita werden geöffnet und die gefährliche Situation für Eltern und Kinder durch einfahrende und rangierende Autos auf dem Parkplatz-Berthold-Brecht-Ring wird entschärft.

Unser Respekt und Dank gilt an dieser Stelle den Elternvertretern, die diese Gefahr erkannt und kommuniziert haben. Es ist ihr Erfolg heute Abend!